Arbeitsbefreiung bei Tod von Angehörigen – wann tritt sie gesetzlich ein?

Januar 4, 2026

Arbeitsbefreiung bei Tod von Angehörigen – wann tritt sie gesetzlich ein?

## Was bedeutet Arbeitsbefreiung?

Arbeitsbefreiung heißt: Sie müssen nicht zur Arbeit kommen, obwohl Sie eigentlich arbeiten müssten. Das nennt man auch „Freistellung“. Manchmal bekommen Sie trotzdem Ihr Gehalt weiter. Das nennt man „bezahlte Arbeitsbefreiung“ 

## Wann gibt es gesetzlich Arbeitsbefreiung bei Todesfällen?

### Gesetzliche Grundlage

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt die Arbeitsbefreiung in § 616 BGB. Dort steht: Wenn Sie aus einem wichtigen, persönlichen Grund für eine „verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit“ nicht arbeiten können, bekommen Sie trotzdem Ihr Gehalt 

Ein Todesfall in der Familie ist so ein Grund.

### Was bedeutet das genau?

– „Verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit“ heißt: Sie dürfen nur für kurze Zeit fehlen. Wie viele Tage das sind, steht im Gesetz nicht genau. Meistens sind es ein bis drei Tage.
– „Persönlicher Grund“ heißt: Der Grund betrifft Sie direkt. Der Tod eines nahen Angehörigen ist so ein Grund.

### Wer sind „Angehörige“?

Das Gesetz sagt nicht genau, wer „Angehörige“ sind. Meistens meint man:
– Ehepartner oder Lebenspartner
– Eltern
– Kinder
– Manchmal auch Geschwister oder Großeltern

Ob Sie auch für andere Verwandte frei bekommen, steht oft im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag.

## Tarifverträge und Arbeitsverträge

Viele Firmen und Behörden haben eigene Regeln. Diese stehen im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag. Ein wichtiger Tarifvertrag ist der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD).

### Beispiel: TVöD

Im TVöD steht:
– Beim Tod von Ehepartner, Lebenspartner, Kind oder Eltern bekommen Sie zwei Tage bezahlt frei 

– Für andere Verwandte gibt es meist keinen Anspruch.

Arbeitsbefreiung bei Tod von Angehörigen – wann tritt sie gesetzlich ein?

## Wie lange bekommt man frei?

Das Gesetz sagt nicht genau, wie viele Tage Sie frei bekommen. Meistens sind es ein bis drei Tage. Im TVöD sind es zwei Tage für enge Angehörige 

## Bekommen Sie weiter Gehalt?

Ja, wenn Sie wegen des Todes eines nahen Angehörigen zu Hause bleiben, bekommen Sie Ihr Gehalt weiter. Das steht in § 616 BGB und oft auch im Tarifvertrag 

## Was müssen Sie tun?

Sie müssen Ihrem Arbeitgeber sofort Bescheid sagen, wenn Sie wegen eines Todesfalls nicht zur Arbeit kommen können. Oft will der Arbeitgeber einen Nachweis, zum Beispiel eine Sterbeurkunde.

## Was ist, wenn im Vertrag etwas anderes steht?

Manchmal steht im Arbeitsvertrag, dass § 616 BGB nicht gilt. Dann bekommen Sie vielleicht keinen bezahlten Urlaub im Todesfall. Lesen Sie Ihren Vertrag genau durch.

## Zusammenfassung

– Bei Tod eines nahen Angehörigen bekommen Sie meist ein bis drei Tage bezahlt frei.
– Das steht im Gesetz (§ 616 BGB) und oft im Tarifvertrag.
– Wer als „Angehöriger“ gilt, steht oft im Vertrag.
– Sie müssen den Arbeitgeber sofort informieren.
– Manchmal gibt es strengere oder großzügigere Regeln im Vertrag.

## Wichtige Begriffe einfach erklärt

– Arbeitsbefreiung: Sie müssen nicht arbeiten, obwohl Sie eigentlich müssten.
– Bezahlte Arbeitsbefreiung: Sie bekommen trotzdem Ihr Gehalt.
– Angehörige: Menschen, die zu Ihrer Familie gehören, zum Beispiel Ehepartner, Eltern, Kinder.
– Tarifvertrag: Vertrag zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft, der für viele Arbeitnehmer gilt.
– § 616 BGB: Gesetz, das die bezahlte Freistellung bei wichtigen persönlichen Gründen regelt.

## Fazit

Die gesetzliche Arbeitsbefreiung bei Tod von Angehörigen tritt ein, wenn ein naher Angehöriger stirbt und Sie deshalb kurzfristig nicht arbeiten können. Wie lange Sie frei bekommen und wer als Angehöriger gilt, steht im Gesetz, im Tarifvertrag oder im Arbeitsvertrag. Meist sind es ein bis drei Tage mit Gehaltsfortzahlung. Informieren Sie Ihren Arbeitgeber so schnell wie möglich

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