Arbeitskollegen haben mich bei Instagram schlecht gemacht – kann ich Schadensersatz wegen Mobbing fordern?
Stellen Sie sich vor, Arbeitskollegen schreiben bei Instagram Dinge über Sie, die Sie schlecht aussehen lassen. Sie fühlen sich dadurch verletzt oder sogar krank. Sie fragen sich, ob Sie dafür Geld als Entschädigung bekommen können.
Mobbing ist kein eigenes Gesetz. Es ist ein Begriff für viele verschiedene Situationen, in denen jemand am Arbeitsplatz wiederholt und absichtlich geärgert, ausgegrenzt oder schlecht behandelt wird. Das kann auch im Internet passieren, zum Beispiel bei Instagram. Wichtig ist: Es muss systematisch und über längere Zeit passieren. Ein einmaliger Streit reicht meistens nicht aus
Das Gesetz kennt kein „Mobbing-Gesetz“. Aber es gibt Regeln, die helfen können. Besonders wichtig sind die §§ 823 und 826 im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Dort steht: Wer einem anderen absichtlich oder fahrlässig Schaden zufügt, muss dafür bezahlen. Das gilt auch, wenn jemand das Persönlichkeitsrecht eines anderen verletzt, zum Beispiel durch Beleidigungen oder Lügen im Internet
Sie können Schadensersatz oder Schmerzensgeld bekommen, wenn:
– Sie beweisen können, dass Sie durch die Aussagen auf Instagram wirklich einen Schaden erlitten haben (zum Beispiel psychisch krank geworden sind).
– Die Aussagen Ihrer Kollegen rechtswidrig sind, also zum Beispiel beleidigend, ehrverletzend oder unwahr.
– Die Kollegen absichtlich oder fahrlässig gehandelt haben.
– Die Verletzung schwerwiegend ist. Das heißt: Es muss mehr sein als ein kleiner Streit. Es muss Ihre Würde oder Ihr Ansehen ernsthaft verletzen
Sie müssen genau erklären, was passiert ist:
– Welche Kollegen haben was, wann und wie oft geschrieben?
– Was genau stand in den Beiträgen?
– Wie haben Sie sich dadurch gefühlt?
– Gab es Folgen für Ihre Gesundheit oder Ihren Beruf?
Das Gericht prüft dann, ob die Grenze zum Mobbing überschritten wurde. Sie müssen alles beweisen können. Das ist oft schwierig. Es reicht nicht, nur zu sagen: „Ich wurde gemobbt.“ Sie müssen die einzelnen Vorfälle genau beschreiben
Wenn der Arbeitgeber von dem Mobbing weiß und nichts dagegen tut, kann auch er haften. Er muss seine Mitarbeiter schützen. Tut er das nicht, kann auch gegen ihn ein Anspruch bestehen
– Schadensersatz: Wenn Sie durch das Mobbing einen finanziellen Schaden haben (zum Beispiel Arztkosten oder Verdienstausfall).
– Schmerzensgeld: Wenn Sie durch das Mobbing psychisch oder körperlich gelitten haben. Das gibt es aber nur bei schweren Verletzungen des Persönlichkeitsrechts.
– Unterlassung: Sie können verlangen, dass die Kollegen solche Aussagen in Zukunft unterlassen
Sie müssen Beweise sammeln. Das können Screenshots von den Instagram-Beiträgen sein oder Zeugenaussagen. Ohne Beweise ist es sehr schwer, vor Gericht zu gewinnen
Gerichte sagen: Mobbing ist kein eigener Anspruch. Sie müssen immer prüfen, ob eine Verletzung von Gesetzen oder Rechten vorliegt. Einzelne Beleidigungen reichen oft nicht aus. Es muss ein systematisches, zielgerichtetes Vorgehen sein. Die Anforderungen sind hoch. Viele Klagen scheitern, weil die Opfer nicht genug Beweise haben oder die Angriffe nicht schwerwiegend genug waren
Wenn private Daten von Ihnen ohne Erlaubnis veröffentlicht wurden, kann auch ein Anspruch nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) bestehen. Dann gibt es unter Umständen auch Schadensersatz für „negative Gefühle“ oder Rufschädigung. Aber auch hier müssen Sie den Schaden und die Verletzung beweisen
– Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber oder dem Betriebsrat.
– Sammeln Sie alle Beweise.
– Schreiben Sie auf, was passiert ist.
– Suchen Sie Unterstützung, zum Beispiel bei einer Beratungsstelle.
Sie können Schadensersatz fordern, wenn Sie durch das Verhalten Ihrer Kollegen auf Instagram schwer in Ihren Rechten verletzt wurden. Das gilt vor allem, wenn Sie dadurch psychisch oder gesundheitlich geschädigt wurden. Sie müssen aber alle Vorfälle genau beschreiben und beweisen. Die Hürden sind hoch. Nicht jeder Streit oder jede schlechte Bemerkung ist gleich Mobbing im rechtlichen Sinn
Alle Quellen sind sich einig: Mobbing ist kein eigener Rechtsanspruch. Es kommt immer auf die Verletzung bestehender Rechte an. Die Gerichte verlangen genaue Nachweise und eine schwere, systematische Verletzung. Die Literatur betont, wie schwierig die Beweisführung ist. Nur bei schweren, wiederholten Angriffen gibt es eine Chance auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld
Sie können Schadensersatz fordern, wenn Sie durch wiederholte, schwere Angriffe auf Instagram in Ihren Rechten verletzt wurden und das beweisen können. Leichte Streitigkeiten oder einmalige Beleidigungen reichen nicht aus. Sichern Sie alle Beweise und holen Sie sich Unterstützung.