
BGB § 42 Insolvenz des Vereins
In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über die rechtlichen Folgen, wenn ein Verein zahlungsunfähig oder überschuldet ist. Wir erklären Ihnen die Regeln des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) und der Insolvenzordnung (InsO) in einfacher Sprache.
Wenn ein Verein seine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann, tritt die Insolvenz ein. Das Gesetz regelt in § 42 BGB sehr genau, welche Schritte der Vorstand unternehmen muss und was mit dem Verein passiert.
Sobald ein Insolvenzverfahren offiziell eröffnet wird, gilt der Verein rechtlich als aufgelöst. Das bedeutet jedoch nicht, dass er sofort verschwindet. Er existiert als „aufgelöster Verein“ weiter, um das restliche Vermögen zu ordnen und die Gläubiger (Personen oder Firmen, die noch Geld bekommen) zu bezahlen.
Es gibt zwei Hauptgründe, warum ein Verein durch das Gericht aufgelöst wird:
Der Vorstand eines Vereins hat eine große Verantwortung. Er muss die Finanzen ständig im Blick behalten. Es gibt drei klassische Gründe für eine Insolvenz:
Dies ist der Fall, wenn der Verein seine fälligen Schulden nicht mehr bezahlen kann. Wenn Sie also die Miete oder Gehälter dauerhaft nicht mehr überweisen können, liegt dieser Grund vor.
Hier blickt der Vorstand in die Zukunft. Wenn absehbar ist, dass das Geld in den nächsten zwei bis fünf Jahren nicht reichen wird, kann bereits ein Antrag gestellt werden. Dies ist oft eine Chance, den Verein noch zu retten.
Überschuldung bedeutet, dass die Schulden des Vereins größer sind als sein gesamtes Vermögen. Für Vereine ist dies besonders wichtig: Wenn keine positive Prognose besteht, dass der Verein finanziell überlebt, muss gehandelt werden.
Der Vorstand darf bei Geldproblemen nicht den Kopf in den Sand stecken. Das Gesetz ist hier sehr streng.
Sobald der Verein zahlungsunfähig oder überschuldet ist, muss der Vorstand umgehend einen Insolvenzantrag beim Gericht stellen. Jedes einzelne Vorstandsmitglied ist dazu berechtigt und verpflichtet.
Wird der Antrag zu spät gestellt, nennt man das Insolvenzverschleppung. Das hat schwere Folgen:
Nach der Eröffnung des Verfahrens übernimmt ein Insolvenzverwalter das Ruder. Er ist kein neues Vereinsorgan, sondern eine Art Treuhänder. Seine Hauptaufgabe ist es, so viel Geld wie möglich für die Gläubiger zu sammeln.
Das gesamte Vermögen des Vereins bildet die sogenannte „Masse“. Dazu gehören:
Der Insolvenzverwalter entscheidet nun, was verkauft wird. Er entscheidet zum Beispiel auch, ob eine Profi-Mannschaft weiter am Spielbetrieb teilnimmt oder nicht.
Eine Insolvenz muss nicht immer das endgültige Aus bedeuten. Es gibt Wege, wie der Verein weiterbestehen kann.
Die Mitglieder können beschließen, den Verein fortzuführen, wenn:
Für diesen Beschluss ist in der Regel eine Dreiviertel-Mehrheit der Mitgliederversammlung nötig.
Es gibt eine Besonderheit im Vereinsrecht: Ein Verein kann als „nicht rechtsfähiger Verein“ weitermachen, wenn dies in der Satzung steht. Das bedeutet, er bleibt als Gemeinschaft bestehen, verliert aber seinen Status als offiziell eingetragener Verein im Register.
Vorsicht: Experten raten davon oft ab. Die alten Schulden bleiben nämlich am Verein hängen. Oft ist es klüger, den alten Verein sterben zu lassen und einen neuen Verein zu gründen.
Eine Insolvenz ist für jeden Verein eine existenzbedrohende Situation. Für den Vorstand geht es nicht nur um den Verein, sondern auch um den Schutz des eigenen Privatvermögens. Schnelles und rechtlich korrektes Handeln ist hier lebensnotwendig.
Wenn Sie Fragen zur Haftung des Vorstands haben oder Unterstützung bei der Sanierung Ihres Vereins benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Seite.
Bitte nehmen Sie mit der Anwalts- und Notarkanzlei Krau in Hohenahr Kontakt auf.
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