
Wenn ein Unternehmen von einer Generation an die nächste übergeben wird, ist das ein großer Schritt. Besonders bei mittelständischen Familienbetrieben geht es dabei nicht nur um Geld. Es geht um Traditionen, um Arbeitsplätze und um den Zusammenhalt der Familie. Damit dieser Übergang gelingt, muss man frühzeitig und gründlich planen. Eine gute Planung sorgt dafür, dass das Unternehmen stabil bleibt und die Familie finanziell abgesichert ist.
Wer sein Lebenswerk übergibt, möchte in der Regel drei Dinge erreichen. Diese Ziele stehen oft in einem engen Zusammenhang und müssen vorsichtig aufeinander abgestimmt werden.
Das wichtigste Ziel ist es, dass das Unternehmen als Ganzes erhalten bleibt. Der Betrieb soll nicht zerschlagen werden müssen, um zum Beispiel Steuern oder Erben auszuzahlen. Das Vermögen soll also langfristig gesichert werden.
Der Übergeber, also der Senior-Chef oder die Senior-Chefin, möchte im Ruhestand gut leben können. Dazu gehört auch, dass er oder sie aus alten Haftungen befreit wird. Oft wurden früher Bürgschaften für Kredite unterschrieben. Diese Risiken müssen bei der Übergabe gelöscht oder übernommen werden.
Der neue Chef oder die neue Chefin darf nicht durch zu hohe Kosten erdrückt werden. Hohe Erbschaftsteuern oder hohe Abfindungen an Geschwister können die Liquidität des Betriebes gefährden. Eine kluge Gestaltung hilft dabei, diese finanziellen Belastungen so gering wie möglich zu halten.
Ein Familienunternehmen ist etwas Besonderes. Es soll meistens auch in Zukunft in den Händen der Familie bleiben. Doch es gibt viele Gefahren, die diesen Charakter bedrohen können.
Manchmal geraten Unternehmen unter Druck, Anteile an fremde Investoren zu verkaufen. Das passiert oft, wenn die Nachfolge nicht geregelt ist. Fremde Investoren haben oft andere Interessen als eine Gründerfamilie.
Ein großes Risiko ist das sogenannte „Verschleppen“ von Firmenanteilen. Wenn ein Familienmitglied sich scheiden lässt oder verstirbt, könnten Anteile an Personen fallen, die nicht zur Kernfamilie gehören. Auch Schwiegerkinder oder neue Partner könnten so plötzlich Mitspracherechte im Betrieb erhalten. Das führt oft zu Streit und Unruhe.
Nicht jeder ist zum Unternehmer geboren. Deshalb ist es wichtig, die Fähigkeiten der Kinder oder Enkelkinder ehrlich einzuschätzen. Ein altes Sprichwort sagt: „Der Vater erstellt’s, der Sohn erhält’s, beim Enkel verfällt’s.“ Das zeigt, wie schwierig es sein kann, ein Unternehmen über viele Generationen hinweg erfolgreich zu führen.
Manchmal sind die Kinder noch zu jung oder wollen einen anderen Berufsweg einschlagen. In solchen Fällen kann der Ehepartner eine wichtige Brücke schlagen. Er oder sie kann den Betrieb führen, bis ein geeigneter Nachfolger bereit ist. Es gibt gesetzliche Möglichkeiten, wie man einer vertrauten Person die Aufgabe übertragen kann, später den passenden Erben auszuwählen.
Wenn sich in der Familie langfristig niemand findet, der den Betrieb leiten kann oder will, ist das kein Weltuntergang. Man kann das Unternehmen in eine passende Rechtsform umwandeln, zum Beispiel in eine GmbH & Co. KG. Dann kann ein angestellter Geschäftsführer von außen das Tagesgeschäft übernehmen, während die Familie weiterhin die Eigentümerin bleibt.
Eine gute Planung beginnt Jahre vor der eigentlichen Übergabe. Wer erst kurz vor dem Ruhestand nachdenkt, hat oft weniger Spielraum.
Es ist klug, schon früh Geld aus dem Betrieb zu entnehmen und als Privatvermögen anzulegen. Dieses Geld dient zwei Zwecken:
Ganz wichtig ist die Trennung von Privat- und Geschäftsvermögen. Private Häuser oder Ersparnisse sollten nicht als Sicherheit für Firmenkredite dienen. Ein kluger Unternehmer sorgt dafür, dass sein privates Vermögen „zugriffsicher“ ist. Das kann zum Beispiel durch Übertragungen an den Ehepartner geschehen, sofern dies rechtlich sicher gestaltet wird.
Was passiert, wenn der Chef von heute auf morgen durch einen Unfall ausfällt? Ohne Vorsorge kann das ein Unternehmen lahmlegen. Deshalb sollte es immer Betriebsfortführungsvollmachten geben. Diese erlauben es einer vertrauten Person, sofort alle nötigen Entscheidungen zu treffen.
Verträge sind das Fundament einer sicheren Nachfolge. Hierbei geht es nicht um Misstrauen, sondern um Klarheit für alle Beteiligten.
Besonders für den Nachfolger sind Eheverträge oft unverzichtbar. Darin kann man festlegen, dass das Betriebsvermögen bei einer Scheidung nicht geteilt werden muss. Das schützt den Fortbestand der Firma. Auch der Verzicht auf Pflichtteile durch andere Familienmitglieder kann hier geregelt werden.
Manchmal muss die rechtliche Form des Unternehmens geändert werden, bevor es übergeben wird. Die richtige Struktur hilft dabei, Haftungsrisiken zu begrenzen und Steuern zu sparen. Man kann solche Änderungen sogar schon vorbereiten und sie genau zum Zeitpunkt der Übergabe wirksam werden lassen.
Haben mehrere Kinder Interesse an der Führung des Unternehmens, kann das zu Konflikten führen. Hier gibt es verschiedene Lösungswege.
In manchen Fällen kann man den Betrieb aufteilen, sodass jeder seinen eigenen Bereich bekommt. Wenn das nicht möglich ist, müssen klare Regeln für Streitfälle aufgestellt werden. Ein Beirat, also eine Gruppe von erfahrenen Beratern, kann hier vermitteln und helfen, sachliche Entscheidungen zu treffen.
Die Planung der Vermögensnachfolge ist ein komplexer Prozess, der viele Jahre dauern kann. Es lohnt sich jedoch, diese Zeit zu investieren, um den Frieden in der Familie und den Erfolg des Unternehmens zu sichern.
Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben oder Unterstützung bei der Planung Ihrer Nachfolge benötigen, sollten Sie mit der Anwalts- und Notarkanzlei Krau Kontakt aufnehmen.
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