Einkommensarten nach dem Einkommensteuergesetz

November 15, 2025

Einkommensarten nach dem Einkommensteuergesetz

Das Einkommensteuergesetz (EStG) regelt, wofür man in Deutschland Steuern zahlen muss. Steuern sind Geld, das man an den Staat abgibt. Das EStG teilt alle möglichen Einnahmen in sieben verschiedene Einkunftsarten ein. Das macht es einfacher, die Regeln anzuwenden. Man kann diese sieben Arten in zwei große Gruppen aufteilen.


💼 Die erste Gruppe: Gewinneinkunftsarten

Diese Gruppe betrifft Menschen, die selbstständig arbeiten oder ein eigenes Unternehmen haben. Hier geht es darum, ob man einen Gewinn oder einen Verlust gemacht hat. Man muss dafür eine genaue Buchführung machen.

1. Land- und Forstwirtschaft (LuF) 🌳

Diese Einkunftsart betrifft Bauern, Förster oder Winzer. Sie verdienen ihr Geld mit der Nutzung von Grund und Boden. Sie bauen zum Beispiel Getreide an oder schlagen Holz. Der Gewinn ist der Unterschied zwischen den Einnahmen und den Ausgaben.

2. Gewerbebetrieb 🏭

Hier geht es um alle selbstständigen Tätigkeiten, die keine Landwirtschaft und keine freie Berufsausübung sind. Ein Gewerbebetrieb ist zum Beispiel ein Handwerksbetrieb, ein Fabrikant oder ein normaler Laden. Es muss eine Tätigkeit sein, die auf Dauer angelegt ist. Ziel muss es sein, Gewinn zu machen. Man muss dabei auch am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilnehmen.

3. Selbstständige Arbeit (Freie Berufe) 🧑‍🏫

Diese Art ist ähnlich dem Gewerbebetrieb, aber die Tätigkeit ist besonders. Hier geht es um sogenannte Katalogberufe. Das sind Berufe, die im Gesetz genannt werden. Beispiele sind Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Künstler oder Journalisten. Diese Berufe haben eine höhere Qualifikation. Man muss hierfür kein Gewerbe anmelden. Die Arbeit ist persönlich und fachlich unabhängig. Sie beruht auf eigenen speziellen Kenntnissen.


Einkommensarten nach dem Einkommensteuergesetz

💰 Die zweite Gruppe: Überschusseinkunftsarten

Diese Gruppe betrifft die meisten Arbeitnehmer und Privatpersonen. Hier wird nicht der Gewinn, sondern der Überschuss berechnet. Der Überschuss ist die Summe der Einnahmen minus der Summe der Werbungskosten. Werbungskosten sind Ausgaben, die man tätigt, um Einnahmen zu erzielen. Das können zum Beispiel Fahrtkosten zur Arbeit sein.

4. Nichtselbstständige Arbeit (Angestellte) 🧑‍🔧

Dies ist die häufigste Einkunftsart. Sie betrifft alle Arbeitnehmer. Man bekommt sein Geld von einem Arbeitgeber. Dieses Geld nennt man Lohn oder Gehalt. Der Arbeitgeber zieht die Lohnsteuer oft direkt ab. Man hat einen Arbeitsvertrag. Man ist weisungsgebunden. Das bedeutet, man muss tun, was der Chef sagt. Hierzu gehören auch Beamte.

5. Kapitalvermögen (Geldanlagen) 💸

Diese Einkunftsart umfasst Einnahmen aus Geldanlagen. Das sind zum Beispiel Zinsen von Sparkonten oder Dividenden von Aktien. Dividenden sind Gewinnanteile von Unternehmen. Auch Einnahmen aus dem Verkauf von Aktien gehören dazu. Hier gibt es oft eine Abgeltungssteuer. Das ist eine spezielle, feste Steuer auf diese Einnahmen. Sie ist meist schon bezahlt, wenn man das Geld bekommt.

6. Vermietung und Verpachtung (Immobilien) 🏘️

Hier geht es um Einnahmen, die man für die Überlassung von Eigentum bekommt. Typisch ist die Miete für eine Wohnung oder ein Haus. Man kann auch Grundstücke oder Maschinen vermieten. Man ist der Vermieter. Der Mieter zahlt das Geld. Man kann hier die Kosten für das Haus abziehen. Das sind zum Beispiel Reparaturen oder Zinsen für Kredite.

7. Sonstige Einkünfte (Spezialfälle) 💡

Das ist der Auffangkorb für alle Einnahmen, die in keine andere Art passen. Das sind zum Beispiel Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Auch Einnahmen aus privaten Veräußerungsgeschäften gehören hierzu. Das sind zum Beispiel Gewinne aus dem Verkauf von Gold oder von Immobilien nach kurzer Besitzdauer.


Die Besteuerung

Am Ende werden alle positiven Einkünfte aus diesen sieben Arten zusammengerechnet. Das Ergebnis ist die Gesamtsumme der Einkünfte. Von dieser Summe werden noch bestimmte Dinge abgezogen. Das ist zum Beispiel der Grundfreibetrag. Das ist ein Betrag, der steuerfrei bleibt. Nur was übrig bleibt, wird versteuert. Darauf muss man dann Einkommensteuer zahlen. Die Steuer ist progressiv. Das heißt: Je höher das Einkommen, desto höher ist der Steuersatz in Prozent.

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