Unternehmensnachfolge

Man schätzt, dass weniger als 40% der Unternehmer ein Testament errichtet haben. Dabei beurteilt sich das Rating eines Unternehmens auch danach, ob für den Fall des plötzlichen oder ungewollten Ausscheidens des Unternehmers Vorsorge getroffen wurde.

Wesentliche Ziele bei der Gestaltung letztwilliger Verfügungen von Unternehmern sind:

  • die Sicherung der Unternehmensfortführung,
  • die Absicherung der Familie,
  • die Reduzierung der Liquiditätsbelastung durch Vermeidung von Ausgleichs- und Abfindungsansprüchen,
  • steuerliche Optimierung.

Das Unternehmertestament

Die Gestaltung des Unternehmertestamentes und die Regelung der Unternehmensnachfolge zu Lebzeiten sollten miteinander verknüpft werden. Testament und die Regelung der Nachfolge im Gesellschaftsvertrag sollten miteinander abgestimmt sein.

Abstimmung von Gesellschaftsvertrag und letztwilliger Verfügung

Unter Umständen ist es nötig, das Unternehmen umzustrukturieren, um es den Verhältnissen der Nachfolger anzupassen (Beispiele: Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH, weil der Nachfolger die persönliche Haftung scheut, Wechsel in eine GmbH und Co KG zur Minderung der steuerlichen Belastung). Grundsätzlich gilt im Bereich der Unternehmensnachfolge der Vorrang des Gesellschaftsrechts vor dem Erbrecht. Nur was der Gesellschaftsvertrag als vererblich zulässt, kann von der letztwilligen Verfügung geregelt werden. Bei mangelnder Abstimmung von Gesellschaftsvetrag und letztwilliger Verfügung kann es zu bösen Überraschungen kommen (etwa ungewollte Aufdeckung stiller Reserven).

Vorsorgevollmacht für den Unternehmer

Zur Sicherung der Liquidität des Nachfolgers können Pflichtteilsverzichtsverträge geschlossen werden. Für den Fall des plötzlichen Ausscheidens oder einer Verhinderung des Unternehmers sollten postmortale Vollmachten oder Vorsorgevollmachten erstellt werden.

Bei Personengesellschaften kann im Gesellschaftsvertrag geregelt werden, ob und wie der Anteil vererblich sein soll. Bei Kapital- gesellschaften sind Anteile immer zwingend vererblich.

Unternehmensformen

Die erbrechtliche Nachfolge gestaltet sich bei den verschiedenen Unternehmensformen
unterschiedlich:

  • Einzelunternehmen
  • Offene Handelsgesellschaft (OHG)
  • Kommanditgesellschaft
  • GmbH
  • Aktiengesellschaft (AG)

Ebenso sind die steuerlichen Folgen der erbrechtlichen Nachfolge bei den verschiedenen Unternehmensformen unterschiedlich.

Diese Ausführungen bilden nur einen ersten Überblick. Sie können eine individuelle Beratung nicht ersetzen. Bei Bedarf stehe ich hierzu gerne zur Verfügung. Rufen Sie an!

Ihr
Andreas Krau
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Mediator, Wirtschaftsmediator
Kanzlei für Erbrecht, Vertragsrecht, Wirtschaftsrecht