
Erwerberkreis von Sondernutzungsrechten
Wer darf diese Rechte erwerben? Welche rechtlichen Kniffe gibt es für Außenstehende? Warum sind Dienstbarkeiten problematisch und wie sieht es mit der Vermietung aus?
Stellen Sie sich vor, Sie kaufen eine Wohnung in einem großen Haus. Zu dieser Wohnung gehört eine Gartenfläche oder ein Parkplatz. Rechtlich gesehen gehört dieser Garten meistens allen Eigentümern zusammen. Man nennt das Gemeinschaftseigentum.
Damit Sie den Garten trotzdem alleine nutzen dürfen, gibt es das Sondernutzungsrecht. Es gibt Ihnen die Befugnis, andere Eigentümer von der Nutzung auszuschließen. Sie dürfen dort also ganz alleine grillen oder Ihr Auto abstellen.
Der Text stellt klar: Der Kreis der Erwerber ist sehr klein. Nach der herrschenden Meinung (hM) können nur Personen dieses Recht haben, die bereits Eigentümer in derselben Anlage sind.
Das Wort herrschende Meinung bedeutet hier: Die meisten Richter und Rechtsexperten sind sich darüber einig. Ein Außenstehender kann also nicht einfach nur einen Gartenanteil in Ihrer Wohnanlage kaufen. Er muss zwingend ein Teil des Hauses sein. Das Sondernutzungsrecht klebt rechtlich gesehen am Wohneigentum.
Manchmal möchte aber jemand von außerhalb ein Nutzungsrecht haben. Der Text beschreibt dafür eine spezielle rechtliche Gestaltung. Diese ist etwas kompliziert, aber sehr clever.
Man schafft ein sehr kleines oder untergeordnetes Teileigentum. Das könnte zum Beispiel ein winziger Abstellraum oder ein Kellerabteil sein. Mit diesem kleinen Raum werden nun viele Sondernutzungsrechte verknüpft.
Ein Außenstehender kauft nun einen kleinen Anteil an diesem Kellerraum. Dadurch wird er formal zum Miteigentümer der Anlage. Er gehört jetzt zum „Club“ der Eigentümer dazu.
Damit alles sicher ist, nutzen die Beteiligten den Paragraph 1010 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Dieser Paragraph erlaubt es Miteigentümern, feste Regeln für die Benutzung aufzustellen.
Diese Regeln werden im Grundbuch eingetragen. So ist der Außenstehende geschützt. Er darf die Flächen nutzen, obwohl er eigentlich gar keine ganze Wohnung besitzt. Er nutzt die rechtliche Struktur des Miteigentums als Brücke.
Oft fragen Menschen, ob man das Recht nicht einfach als Dienstbarkeit eintragen kann. Eine Dienstbarkeit ist eine Last auf einem Grundstück. Sie erlaubt einer anderen Person, dort etwas Bestimmtes zu tun. Ein Beispiel ist das Wegerecht für einen Nachbarn.
Der Text sagt jedoch: Das geht beim Sondernutzungsrecht nicht. Man kann das Wohnungseigentum nicht mit einer Dienstbarkeit belasten, die einem Dritten das exklusive Nutzungsrecht gibt.
Der Grund ist die Struktur des Wohneigentumsgesetzes. Die Gemeinschaft der Eigentümer soll unter sich bleiben. Ein fremder Dritter soll nicht durch eine feste Eintragung dauerhaft die Kontrolle über Gemeinschaftsflächen erhalten. Das würde den Kern des Sondernutzungsrechtes sprengen.
Es gibt aber einen viel einfacheren Weg für den Alltag. Das ist die schuldrechtliche Gestattung. „Schuldrechtlich“ bedeutet in diesem Fall: Es ist ein privater Vertrag zwischen zwei Personen.
Sie als Eigentümer dürfen Ihr Sondernutzungsrecht an einen Dritten vermieten. Das ist rechtlich völlig zulässig.
Das ist kein Problem. Der Mieter hat dann ein Recht gegen Sie. Er hat aber kein direktes Recht gegen die Eigentümergemeinschaft. Wenn Sie die Wohnung verkaufen, endet dieser Vertrag oder muss neu geregelt werden. Es findet keine dauerhafte Änderung im Grundbuch statt.
In juristischen Texten stehen oft schwierige Wörter. Hier sind die wichtigsten Begriffe aus dem Text noch einmal erklärt:
Das Sondernutzungsrecht ist ein wertvolles Gut. Es ist eng mit dem Eigentum an einer Wohnung verbunden. Wer nicht zur Eigentümergemeinschaft gehört, kann dieses Recht normalerweise nicht direkt erwerben.
Es gibt jedoch zwei Wege für Außenstehende:
Der Text warnt davor, Abkürzungen über das Grundbuch (Dienstbarkeiten) zu nehmen. Das wird von den Gerichten meistens nicht akzeptiert. Die Struktur der Gemeinschaft soll geschützt werden.
Wenn Sie Fragen zur Gestaltung von Verträgen oder zum Kauf einer Eigentumswohnung haben, ist fachlicher Rat wichtig. Die rechtlichen Details im Wohnungseigentumsgesetz sind oft tückisch. Kleine Fehler im Notarvertrag können später teure Folgen haben.
Für eine individuelle Beratung und die rechtssichere Gestaltung Ihrer Anliegen sollten Sie mit der Anwalts- und Notarkanzlei Krau Kontakt aufnehmen.
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