
Immobilienkauf – Die vollmachtslose Vertretung
Hier finden Sie eine präzise und leicht verständliche Zusammenfassung des bereitgestellten Fachtextes zur vollmachtlosen Vertretung gemäß § 177 Abs. 2 BGB.
In diesem Abschnitt geht es um eine spezielle Art, wie ein Vertrag entstehen kann. Man nennt dies den Vertragsschluss durch einen Vertreter ohne Vertretungsmacht. Das bedeutet, dass jemand für eine andere Person handelt, obwohl er dazu eigentlich noch keine offizielle Erlaubnis hat.
Es gibt zwei Wege, wie diese Situation entstehen kann. Der erste Weg ist, dass ein Vertragsteil den Vertrag im eigenen Namen unterschreibt. Gleichzeitig unterschreibt er aber auch für den anderen Vertragspartner als dessen Vertreter. Der zweite Weg ist, dass eine dritte Person als Vertreter auftritt, die aber gar keine Vollmacht besitzt. In beiden Fällen fehlt zum Zeitpunkt der Unterschrift die rechtliche Macht, den anderen wirksam zu binden.
Ein solcher Vertrag ist nicht sofort gültig. Er ist zunächst schwebend unwirksam. Das Schicksal des Vertrages hängt davon ab, ob die vertretene Person das Geschäft nachträglich erlaubt. Man nennt diese Erlaubnis im Fachbegriff „Genehmigung“. Wenn die Genehmigung erteilt wird, wird der Vertrag wirksam.
Ein wichtiger Punkt bei dieser Gestaltung ist die Zeit. Wie lange hat die vertretene Person Zeit, sich zu entscheiden? Der Gesetzgeber hat hier besondere Regeln aufgestellt, die sich von anderen Vertragsarten unterscheiden.
Grundsätzlich gibt es für die Erteilung der Genehmigung keine feste Höchstfrist. Die vertretene Person kann sich also theoretisch sehr viel Zeit lassen. Das unterscheidet diese Variante von Angeboten mit einer sogenannten Fortgeltungsklausel. Solange niemand etwas unternimmt, bleibt der Zustand der Ungewissheit bestehen.
Normalerweise möchte man meinen, dass ein Käufer den Vertrag einfach widerrufen kann, wenn noch keine Vollmacht vorlag. Doch das ist hier anders. Da der Mangel der Vollmacht offen dargelegt wurde, hat der Käufer kein Recht zum Widerruf. Dies ist in § 178 Satz 1 BGB geregelt. Er ist also an seine Erklärung gebunden, während er auf die Entscheidung der anderen Seite wartet.
Obwohl der Käufer nicht einfach widerrufen kann, ist er nicht völlig schutzlos. Er hat ein Werkzeug in der Hand, um die Entscheidung zu beschleunigen.
Der Käufer kann die andere Seite offiziell auffordern, sich zur Genehmigung zu erklären. Sobald diese Aufforderung erfolgt, beginnt eine wichtige Frist. Ab diesem Moment hat die vertretene Person genau zwei Wochen Zeit. Sie muss innerhalb dieser zwei Wochen sagen, ob sie den Vertrag genehmigt oder nicht.
Theoretisch könnte der Käufer diese Aufforderung sofort nach der Unterschrift abschicken. In der Realität passiert das aber selten. Warum ist das so? Meistens möchte der Käufer, dass der Vertrag wirklich zustande kommt. Wenn er zu viel Druck ausübt, könnte die andere Seite den Vertrag ablehnen. Deshalb warten viele Käufer lieber ab, was jedoch den Zustand der Unsicherheit verlängert.
Wenn man diese Form des Vertragsschlusses mit anderen Modellen vergleicht, zeigen sich Vor- und Nachteile. Der Text setzt die vollmachtlose Vertretung in Bezug zu befristeten Angeboten oder Rücktrittsrechten.
Für den Käufer kann diese Variante sehr belastend sein. Wenn er nicht aktiv wird, kann der Schwebezustand sehr lange dauern. Bei einem befristeten Angebot hingegen erledigt sich die Sache von selbst, wenn die Frist abläuft. Hier jedoch bleibt die Bindung bestehen, solange keine Aufforderung zur Entscheidung erfolgt. Das macht diese Gestaltung oft schwerer für den Erwerber als ein einfaches Rücktrittsrecht.
Man könnte sich fragen, ob diese Gestaltung dazu dient, Gesetze zu umgehen. Der Text stellt jedoch klar, dass dies nicht der Fall ist. Da der Gesetzgeber die Regeln in § 177 BGB selbst so vorgesehen hat, handelt es sich um eine erlaubte Gestaltungsvariante. Es ist also kein verbotenes Umgehungsgeschäft im Sinne des § 306a BGB.
Abschließend betrachtet der Text die Sinnhaftigkeit strenger Regeln für andere Vertragsarten. Es erscheint nicht ganz logisch, warum man bei Optionsfristen oder Rücktrittsfristen sehr strenge Maßstäbe anlegt. Denn wie man sieht, erlaubt das Gesetz mit der vollmachtlosen Vertretung einen Weg, der für den Käufer oft viel unsicherer und belastender ist. Wenn man also bei anderen Fristen zu streng ist, hilft das dem Käufer nicht unbedingt, sondern könnte sogar das Gegenteil bewirken.
Bei weiteren Fragen zu diesem Thema oder zur Erstellung rechtssicherer Verträge sollten Sie Kontakt mit der Anwalts- und Notarkanzlei Krau in Hohenahr aufnehmen.
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