Nachweis Erbrecht Nicht auffindbares Testament

August 30, 2017

Nachweis Erbrecht Nicht auffindbares Testament

OLG München 31 Wx 94/07

Nicht auffindbares Testament, Paragraf 2355 + 2356 BGB zum Nachweis eines testamentarischen Erbrechts grundsätzlich die Urschrift der Urkunde vorzulegen

RA und Notar Krau

Nach dem Tod einer kinderlosen Erblasserin wurde ihr Testament nicht aufgefunden.

Es stritten die gesetzlichen Erben und eine Bekannte der Erblasserin um den Nachlass.

Die Bekannte behauptete, dass die Erblasserin sie in ihrem Testament als Alleinerbin eingesetzt habe.

Die gesetzlichen Erben bestritten dies.

Rechtliche Würdigung:

Das Oberlandesgericht (OLG) München musste entscheiden, ob die Bekannte den Inhalt des nicht auffindbaren Testaments beweisen konnte und ob ihr ein Erbrecht zustand.

Entscheidung:

Nachweis Erbrecht Nicht auffindbares Testament

Das OLG München wies die weitere Beschwerde der Bekannten zurück und bestätigte die Entscheidung des Landgerichts, wonach die gesetzlichen Erben den Nachlass erben.

Begründung:

  • Nachweis eines testamentarischen Erbrechts: Gemäß Paragrafen 2355, 2356 BGB ist zum Nachweis eines testamentarischen Erbrechts grundsätzlich die Urschrift der Urkunde vorzulegen. Ist diese nicht auffindbar, können die Errichtung und der Inhalt des Testaments auch mit anderen Beweismitteln nachgewiesen werden.

  • Strenge Anforderungen an den Nachweis: An den Nachweis des Inhalts eines nicht auffindbaren Testaments sind strenge Anforderungen zu stellen.

  • Zweifel am Inhalt des Testaments: Das Landgericht hatte nach Durchführung einer Beweisaufnahme festgestellt, dass Zweifel am Inhalt des Testaments bestehen. Die Angaben der Bekannten waren widersprüchlich und nicht ausreichend, um den Inhalt des Testaments zu beweisen.

  • Aussagen der Zeugen: Die Aussagen der Zeugen waren ebenfalls widersprüchlich und konnten den Inhalt des Testaments nicht klären.

  • Unzulänglicher Beweis: Die Bekannte konnte den Inhalt des Testaments nicht beweisen. Daher ging der Nachlass an die gesetzlichen Erben.

Nachweis Erbrecht Nicht auffindbares Testament

Fazit:

Der Beschluss verdeutlicht die Schwierigkeiten beim Nachweis des Inhalts eines nicht auffindbaren Testaments.

Die Anforderungen an den Beweis sind hoch, um Missbrauch zu verhindern. Im Zweifel erben die gesetzlichen Erben.

RA und Notar Krau

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