BGH, Urteil vom 23. Januar 1963 – V ZR 82/61

BGH, Urteil vom 23. Januar 1963 – V ZR 82/61

Zur Vererblichkeit der Nacherbenanwartschaft

1. Ist der Nacherbe ein Abkömmling des Erblassers, so genügt dies allein noch nicht ohne weiteres zu der Annahme, daß der Erblasser die Vererblichkeit der Nacherbenanwartschaft nicht gewollt hat; doch wird hier im Einzelfall ein solcher Wille zur Unvererblichkeit besonders häufig sein (Bestätigung von RGZ 169, 38).

Wenn der Erblasser für den Fall, daß der Nacherbe den Nacherbfall erlebt, die Weitervererbung seines Nachlasses auf dessen (auf familienfremde) Erben hingenommen hat, so spricht dies nicht gegen die Annahme, der Erblasser habe für den Fall, daß der Nacherbe schon zwischen Erbfall und Nacherbfall stirbt, die Weitervererbung nicht gewollt (Abweichung von RG aaO).

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