Voraussetzung für die Löschung einer im Handelsregister vollzogenen Löschung einer Gesellschaft
Der Beschluss des Oberlandesgerichts Zweibrücken vom 1. Juli 2022 (3 W 6/22) behandelt die Voraussetzungen
für die Löschung einer bereits im Handelsregister vollzogenen Löschung einer Gesellschaft gemäß § 395 FamFG.
Im Zentrum des Falles steht die Amtslöschung einer deutschen Zweigniederlassung einer englischen Limited nach dem Brexit.
Die Rechtspflegerin des Registergerichts löschte die seit 2007 eingetragene Zweigniederlassung nach Korrespondenz mit dem Geschäftsführer, der angab,
die Tätigkeit finde ausschließlich in Deutschland statt und man sei in der Überlegungsphase bezüglich der Brexit-Folgen.
Nach Anhörung und Fristsetzung, die ungenutzt verstrich, wurde die Löschung vollzogen.
Der Geschäftsführer beantragte die Aufhebung mit der Begründung, die Eigenständigkeit der Zweigniederlassung sei auch nach dem Brexit anzuerkennen und es gelte Vertrauensschutz.
Das Registergericht wies den Antrag zurück.
Die daraufhin eingelegte Beschwerde wurde vom Oberlandesgericht Zweibrücken jedoch abgewiesen.
Obwohl gegen die vollzogene Löschung nach § 383 III FamFG keine Beschwerde statthaft ist, wurde das Begehren als Anregung zur Amtslöschung des Löschungsvermerks nach § 395 FamFG ausgelegt.
Die Ablehnung dieser Anregung durch das Registergericht stellt eine beschwerdefähige Endentscheidung dar, gegen die gemäß §§ 58 I, 38 I 1 FamFG Beschwerde möglich ist.
Die Gesellschaft ist beschwerdeberechtigt, da sie durch die Löschung in ihrer Existenz betroffen ist.
Das Oberlandesgericht bestätigte, dass eine „Löschung der Löschung“ gemäß § 395 I FamFG nur bei Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften möglich ist.
Die Löschung aufgrund des Versäumens einer Widerspruchsfrist kann nicht wegen materiell-rechtlicher Unzulässigkeit, sondern nur wegen wesentlicher Verfahrensmängel beseitigt werden.
Im vorliegenden Fall wurde das Löschungsverfahren ordnungsgemäß durchgeführt:
Benachrichtigung, Fristsetzung und Vollzug nach Fristablauf ohne Widerspruch.
Die Frage, ob die Löschung der als unechte Auslandsgesellschaft qualifizierten Limited nach dem Brexit materiell-rechtlich richtig war,
ist im Rahmen des § 395 FamFG unerheblich, da sonst die Beschränkungen des § 394 FamFG leerlaufen würden.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
Die Löschung einer bereits im Handelsregister vollzogenen Löschung einer Gesellschaft ist gemäß § 395 FamFG nur dann möglich,
wenn bei der ursprünglichen Löschung wesentliche Verfahrensvorschriften verletzt wurden.
Materielle Fehler oder die Unrichtigkeit der Löschung selbst können nicht zur Aufhebung der Löschung führen, wenn das Verfahren ordnungsgemäß durchgeführt wurde.
Die auf dieser Homepage wiedergegebenen Gerichtsentscheidungen bilden einen kleinen Ausschnitt der Rechtsentwicklung über mehrere Jahrzehnte ab. Nicht jedes Urteil muss daher zwangsläufig die aktuelle Rechtslage wiedergeben.
Einige Entscheidungen stellen Mindermeinungen dar oder sind später im Instanzenweg abgeändert oder durch neue obergerichtliche Entscheidungen oder Gesetzesänderungen überholt worden.
Das Recht entwickelt sich ständig weiter. Stetige Aktualität kann daher nicht gewährleistet werden.
Die schlichte Wiedergabe dieser Entscheidungen vermag daher eine fundierte juristische Beratung keinesfalls zu ersetzen.
Für den fehlerhaften juristischen Gebrauch, der hier wiedergegebenen Entscheidungen durch Dritte außerhalb der Kanzlei Krau kann daher keine Haftung übernommen werden.
Verstehen Sie bitte die Texte auf dieser Homepage als gedankliche Anregung zur vertieften Recherche, keinesfalls jedoch als rechtlichen Rat.
Es soll auch nicht der falsche Anschein erweckt werden, als seien die veröffentlichten Urteile von der Kanzlei Krau erzielt worden. Das ist in aller Regel nicht der Fall. Vielmehr handelt es sich um einen allgemeinen Auszug aus dem deutschen Rechtsleben zur Information der Rechtssuchenden.
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Durch die schlichte Anfrage kommt noch kein kostenpflichtiges Mandat zustande.