Was ist der Unterschied zwischen einer Gesamthypothek und einer Einheitshypothek?
Wenn Sie ein Haus kaufen oder bauen, brauchen Sie meistens Geld von einer Bank. Die Bank möchte eine Sicherheit für dieses Geld haben. Diese Sicherheit nennt man im Fachjargon oft Hypothek oder Grundschuld. In Deutschland ist die Grundschuld heute zwar üblicher, aber der Begriff der Hypothek hilft uns, das Prinzip zu verstehen. Es geht darum, dass Grundstücke als Pfand für einen Kredit dienen.
Manchmal besitzt ein Kreditnehmer aber nicht nur ein einzelnes Grundstück. Vielleicht gehören ihm mehrere Flurstücke, verschiedene Eigentumswohnungen oder ein Haus mit einem zusätzlichen Gartenanteil. In solchen Fällen stellt sich eine wichtige Frage. Wie soll die Absicherung des Kredits genau verteilt werden? Hier kommen die Begriffe Gesamthypothek und Einheitshypothek ins Spiel.
Die Einheitshypothek ist der einfachste Fall. Stellen Sie sich vor, Sie besitzen ein einzelnes Grundstück mit einem Einfamilienhaus darauf. Sie nehmen einen Kredit über 200.000 Euro auf. Die Bank trägt nun genau eine Hypothek auf dieses eine Grundstück ein.
Bei dieser Form gibt es eine klare Eins-zu-eins-Beziehung. Ein Kredit ist durch ein einziges Objekt abgesichert. Das ist übersichtlich und für alle Beteiligten leicht zu verstehen. In der Praxis der Banken ist dies der Standardfall für private Hauskäufer.
Die Gesamthypothek ist etwas komplexer. Sie kommt zum Einsatz, wenn mehrere Grundstücke für dieselbe Forderung haften sollen. Nehmen wir an, Sie besitzen drei kleine Baugrundstücke. Sie benötigen einen Kredit von insgesamt 300.000 Euro. Anstatt für jedes Grundstück einen eigenen, kleinen Kreditvertrag zu machen, nutzen Sie die Gesamthypothek.
Bei einer Gesamthypothek haftet jedes der beteiligten Grundstücke für die gesamte Summe. Das ist ein entscheidender Punkt. Im Grundbuch jedes einzelnen Grundstücks steht die volle Summe von 300.000 Euro. Das bedeutet nicht, dass Sie der Bank 900.000 Euro schulden. Es bedeutet nur, dass die Bank sich aussuchen kann, welches Grundstück sie verwertet, falls Sie nicht zahlen.
Die Grundstücke haften also „als Gesamtschuldner“. Die Bank hat dadurch eine sehr hohe Sicherheit. Wenn ein Grundstück an Wert verliert, kann sie sich immer noch an den anderen Grundstücken schadlos halten.
Um den Unterschied zu verstehen, müssen wir uns die rechtliche Struktur und die Folgen für den Eigentümer ansehen.
Der offensichtlichste Unterschied ist die Anzahl der Grundstücke. Eine Einheitshypothek bezieht sich immer nur auf ein Grundstück. Eine Gesamthypothek umfasst mindestens zwei oder beliebig viele Grundstücke. Diese Grundstücke müssen nicht einmal nebeneinander liegen. Sie können sich sogar in verschiedenen Städten befinden.
Bei der Einheitshypothek ist die Last fest an ein Objekt gebunden. Bei der Gesamthypothek ist die Last verteilt, aber gleichzeitig konzentriert. Das klingt widersprüchlich, ist aber logisch. Jedes beteiligte Objekt steht für den vollen Betrag gerade.
Sollte es zum Schlimmsten kommen und der Kredit wird nicht bedient, gibt es Unterschiede. Bei der Einheitshypothek wird genau dieses eine Haus versteigert. Bei der Gesamthypothek hat die Bank ein Wahlrecht. Sie kann entscheiden, welches der Grundstücke sie zuerst versteigern lässt. Sie kann auch alle gleichzeitig versteigern lassen, bis die Summe von 300.000 Euro erreicht ist.
Damit Sie den Text noch besser verstehen, folgen hier Erklärungen für schwierige Wörter:
Warum sollte man sich für eine Gesamthypothek entscheiden? Sie hat spezifische Vorteile für Investoren oder Landwirte, die viel Grundbesitz haben.
Die Einheitshypothek ist der Standard für das Eigenheim. Sie ist klar und einfach. Ein Haus sichert einen Kredit ab. Die Gesamthypothek ist ein Werkzeug für größere Vorhaben. Hierbei sichern mehrere Immobilien gemeinsam einen großen Kredit ab.
Der Kernunterschied liegt also in der Haftungsmasse. Bei der Einheitshypothek ist die Masse auf ein Objekt begrenzt. Bei der Gesamthypothek erstreckt sich die Haftung über das gesamte Portfolio an Grundstücken, die im Vertrag genannt werden. Jedes dieser Stücke haftet dabei für den vollen Betrag der Schuld.
Wenn Sie also mehrere Immobilien besitzen und diese für ein Projekt nutzen wollen, begegnet Ihnen die Gesamthypothek. Wenn Sie nur Ihr eigenes Heim finanzieren, bleibt es bei der einfachen Einheitshypothek. Beide Instrumente dienen dem gleichen Zweck: Sie geben der Bank die Sicherheit, dass ihr Geld nicht verloren geht.