
Was regelt § 121 BGB?
§ 121 BGB ist eine Vorschrift im Bürgerlichen Gesetzbuch. Sie regelt, wie schnell jemand eine sogenannte Anfechtung erklären muss. Das bedeutet: Wenn Sie sich bei einem Vertrag geirrt haben oder ein Fehler bei der Übermittlung passiert ist, können Sie den Vertrag anfechten. Aber das geht nicht unbegrenzt lange. Sie müssen sich beeilen. Das steht in § 121 BGB.
Anfechtung heißt: Sie erklären, dass Sie einen Vertrag oder eine Erklärung nicht gelten lassen wollen. Zum Beispiel, weil Sie sich geirrt haben. Oder weil eine Information falsch übermittelt wurde. Das Gesetz erlaubt in bestimmten Fällen, dass Sie Ihre Meinung ändern und den Vertrag rückgängig machen. Aber das geht nur, wenn Sie schnell handeln.
Sie dürfen anfechten, wenn Sie sich bei der Abgabe Ihrer Erklärung geirrt haben. Das nennt man „Irrtum“. Oder wenn eine Erklärung falsch übermittelt wurde. Das nennt man „Übermittlungsirrtum“. Diese Fälle stehen in den §§ 119 und 120 BGB. Aber: Sie dürfen nicht einfach immer anfechten. Es muss wirklich ein Fehler vorliegen.
Das wichtigste Wort in § 121 BGB ist „unverzüglich“. Das bedeutet: ohne schuldhaftes Zögern. Sie müssen die Anfechtung erklären, sobald Sie den Fehler bemerken. Sie dürfen nicht lange warten. Sobald Sie wissen, dass Sie sich geirrt haben, müssen Sie handeln.
Das Gesetz sagt nicht, wie viele Tage Sie genau Zeit haben. Es kommt auf den Einzelfall an. Sie dürfen sich kurz überlegen, was Sie tun wollen. Aber Sie dürfen nicht absichtlich trödeln. Wenn Sie zu lange warten, ist die Anfechtung nicht mehr möglich. Die Gerichte sagen: Ein paar Tage sind oft in Ordnung. Wochenlanges Warten ist meistens zu lang.
Sie kaufen am Montag ein Auto und merken am Mittwoch, dass Sie sich geirrt haben. Dann sollten Sie spätestens in den nächsten Tagen die Anfechtung erklären. Warten Sie aber drei Wochen, ist es meistens zu spät.
Sie müssen dem anderen sagen, dass Sie anfechten. Das kann mündlich, schriftlich oder per E-Mail geschehen. Wichtig ist, dass der andere es erfährt. Wenn der andere nicht da ist, reicht es, wenn Sie die Anfechtung schnell abschicken. Dann gilt sie als rechtzeitig.
Auch wenn Sie den Fehler erst spät bemerken: Nach zehn Jahren geht keine Anfechtung mehr. Das steht in Absatz 2 von § 121 BGB. Sie können also nicht ewig anfechten. Spätestens nach zehn Jahren ist Schluss.
Das Gesetz will, dass Verträge nicht ewig unsicher bleiben. Der andere soll wissen, ob der Vertrag gilt oder nicht. Deshalb müssen Sie sich schnell entscheiden. Das ist fair für beide Seiten.
Dann ist Ihre Anfechtung unwirksam. Der Vertrag bleibt bestehen. Sie können sich dann nicht mehr auf Ihren Irrtum berufen.
Wenn der andere nicht anwesend ist, reicht es, wenn Sie die Anfechtung schnell abschicken. Es muss aber wirklich schnell gehen. Sie dürfen die Post nicht tagelang liegen lassen.
Für andere Anfechtungsgründe, wie zum Beispiel Betrug oder Drohung, gelten andere Fristen. Das steht in § 124 BGB. Aber für Irrtum und Übermittlungsfehler gilt § 121 BGB.
Wenn Sie glauben, sich bei einem Vertrag geirrt zu haben, handeln Sie schnell. Erklären Sie die Anfechtung so bald wie möglich. Warten Sie nicht zu lange. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie vorgehen sollen, nehmen Sie Kontakt mit der Anwalts- und Notarkanzlei Krau auf.
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