Was regelt § 156 BGB?

April 22, 2026
Hammer Law Recht Jura

Was regelt § 156 BGB?

Einleitung

Sie möchten wissen, was § 156 BGB regelt? In diesem Text erkläre ich Ihnen einfach und verständlich, was hinter dieser Vorschrift steckt. Ich gehe Schritt für Schritt vor und erkläre alle wichtigen Begriffe. So können Sie auch ohne juristische Vorkenntnisse gut folgen.

Was ist das BGB?

Das BGB heißt „Bürgerliches Gesetzbuch“. Es ist das wichtigste Gesetz für das Zivilrecht in Deutschland. Im BGB stehen viele Regeln, die für Verträge, Eigentum, Familie und Erbe gelten.

Worum geht es in § 156 BGB?

§ 156 BGB regelt, wie ein Vertrag bei einer Versteigerung zustande kommt. Eine Versteigerung ist eine öffentliche Auktion. Dort können viele Menschen auf einen Gegenstand bieten. Wer am meisten bietet, bekommt normalerweise den Zuschlag. Das bedeutet: Er darf den Gegenstand kaufen.

Der genaue Wortlaut von § 156 BGB

Der Gesetzestext sagt:
„Bei einer Versteigerung kommt der Vertrag erst durch den Zuschlag zustande. Ein Gebot erlischt, wenn ein Übergebot abgegeben oder die Versteigerung ohne Erteilung des Zuschlags geschlossen wird.“ 1

Das klingt kompliziert. Ich erkläre es Ihnen jetzt in einfachen Worten.

Wie läuft eine Versteigerung ab?

Der Ablauf in einfachen Schritten

  1. Ein Versteigerer bietet einen Gegenstand öffentlich an. Das kann zum Beispiel ein Auktionator sein.
  2. Die Interessenten geben Gebote ab. Sie sagen, wie viel sie für den Gegenstand zahlen würden.
  3. Wer das höchste Gebot abgibt, bekommt den Zuschlag. Das ist eine besondere Erklärung des Versteigerers.
  4. Erst mit dem Zuschlag kommt ein Vertrag zustande. Das bedeutet: Erst dann sind Käufer und Verkäufer rechtlich gebunden. 

Was ist ein Gebot?

Ein Gebot ist das Angebot eines Bieters, einen bestimmten Preis für den Gegenstand zu zahlen. Dieses Angebot gilt aber nur, solange niemand mehr bietet oder die Versteigerung weiterläuft. 

Was ist ein Zuschlag?

Der Zuschlag ist die Entscheidung des Versteigerers, dass ein Bieter den Gegenstand bekommt. Er sagt zum Beispiel: „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten – verkauft an Herrn Müller!“ Mit diesem Satz ist der Vertrag geschlossen. 

Was passiert mit den anderen Geboten?

Wenn jemand ein höheres Gebot abgibt (das nennt man Übergebot), erlischt das vorherige Gebot. Das heißt: Das alte Angebot zählt nicht mehr. Auch wenn die Versteigerung ohne Zuschlag endet, sind alle Gebote ungültig. 

Wann gilt § 156 BGB?

§ 156 BGB gilt für klassische Versteigerungen, bei denen Menschen anwesend sind und direkt bieten. Das können Auktionen im Auktionshaus sein oder Versteigerungen auf dem Marktplatz. 

Was regelt § 156 BGB?

Gilt § 156 BGB auch für Online-Auktionen?

Bei Internetauktionen wie eBay ist das anders. Dort gibt es keinen echten Zuschlag durch einen Auktionator. Deshalb gilt § 156 BGB für diese Online-Auktionen meist nicht. Hier kommt der Vertrag oft schon mit dem höchsten Gebot am Ende der Laufzeit zustande. Das ist ein Unterschied zur klassischen Versteigerung. 

Was ist der Zweck von § 156 BGB?

Der Sinn von § 156 BGB ist, für Klarheit zu sorgen. Niemand soll sich schon durch ein Gebot festlegen müssen. Erst wenn der Versteigerer den Zuschlag erteilt, entsteht ein Vertrag. So können alle Bieter frei mitmachen, ohne Angst, schon vorher gebunden zu sein. 

Was ist, wenn besondere Regeln gelten?

Manchmal gibt es besondere Regeln, zum Beispiel bei Grundstücksversteigerungen. Dann kann es sein, dass noch eine notarielle Beurkundung nötig ist. Das heißt: Ein Notar muss den Vertrag bestätigen. Wird das nicht gemacht, ist der Vertrag nicht gültig. 

Was bedeutet dispositives Recht?

§ 156 BGB ist „dispositives Recht“. Das bedeutet: Die Beteiligten können auch andere Regeln vereinbaren, wenn sie das möchten. Zum Beispiel können sie in den Versteigerungsbedingungen festlegen, dass der Vertrag schon mit dem Gebot zustande kommt. Das geht aber nur, wenn keine zwingenden Gesetze dagegen sprechen.

Wer kann bei einer Versteigerung mitmachen?

Jeder, der geschäftsfähig ist, kann an einer Versteigerung teilnehmen. Geschäftsfähig bedeutet: Sie dürfen selbst Verträge abschließen. Das ist in Deutschland meist ab 18 Jahren der Fall.

Was ist, wenn der Zuschlag nicht erteilt wird?

Der Versteigerer muss keinen Zuschlag erteilen. Er kann die Versteigerung auch beenden, ohne dass jemand den Gegenstand bekommt. Dann gibt es keinen Vertrag, und alle Gebote sind ungültig. 

Was ist der Unterschied zur Zwangsversteigerung?

Bei einer Zwangsversteigerung, zum Beispiel von Immobilien, gelten andere Regeln. Dort ist § 156 BGB nicht anwendbar. Hier gibt es eigene Gesetze, die den Ablauf genau regeln. 

Zusammenfassung

  • § 156 BGB regelt, wie bei einer Versteigerung ein Vertrag entsteht.
  • Ein Vertrag kommt erst mit dem Zuschlag zustande.
  • Gebote sind nur solange gültig, bis jemand mehr bietet oder die Versteigerung endet.
  • Für Online-Auktionen gilt § 156 BGB meist nicht.
  • Es gibt Ausnahmen, zum Beispiel bei Grundstücken oder Zwangsversteigerungen.

Noch Fragen?

Wenn Sie Fragen zu Versteigerungen oder zu § 156 BGB haben, wenden Sie sich bitte an die Anwalts- und Notarkanzlei Krau. Dort erhalten Sie kompetente Unterstützung!

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