Was regelt § 42 GmbHG?

März 14, 2026

Was regelt § 42 GmbHG?

Einführung

§ 42 des Gesetzes über die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbHG) regelt, wie eine GmbH ihre Bilanz aufstellen muss. Die Bilanz ist ein Teil des Jahresabschlusses. Sie zeigt, wie viel Geld und Vermögen die GmbH besitzt und welche Schulden sie hat. Die Vorschrift enthält besondere Regeln, die nur für die GmbH gelten und nicht für andere Firmenformen wie die Aktiengesellschaft. 

Was ist eine Bilanz?

Die Bilanz ist eine Übersicht über das Vermögen und die Schulden einer Firma. Sie wird einmal im Jahr erstellt. Die Bilanz ist wichtig, weil sie zeigt, wie es der Firma finanziell geht. Jeder, der mit der Firma zu tun hat, kann so sehen, ob die Firma gesund ist oder Probleme hat. 

Die drei Absätze des § 42 GmbHG

§ 42 GmbHG besteht aus drei Absätzen. Jeder Absatz regelt einen bestimmten Bereich.

Absatz 1: Das Stammkapital

Das Stammkapital ist das Geld, das die Gesellschafter (also die Eigentümer der GmbH) bei der Gründung der Firma einzahlen müssen. In der Bilanz muss das Stammkapital als „gezeichnetes Kapital“ aufgeführt werden. Das bedeutet: Es muss klar und deutlich in der Bilanz stehen, wie hoch das Stammkapital der GmbH ist. Das ist wichtig, damit jeder sehen kann, wie viel Geld die Gesellschafter in die Firma eingebracht haben. 

Fachbegriff erklärt:

  • Stammkapital: Das ist das Startgeld, das die Eigentümer einer GmbH einzahlen müssen. Es beträgt mindestens 25.000 Euro.

Absatz 2: Nachschüsse

Manchmal braucht die GmbH mehr Geld, als sie am Anfang hatte. Dann können die Gesellschafter verpflichtet werden, zusätzliches Geld nachzuschießen. Das nennt man „Nachschüsse“. Wenn die Gesellschafter beschlossen haben, dass sie Nachschüsse zahlen müssen, und sie sich nicht dagegen wehren können, dann muss dieser Anspruch in der Bilanz stehen. Es wird aufgeschrieben, wie viel Geld die Firma von den Gesellschaftern noch bekommt. Dieser Betrag steht auf der sogenannten Aktivseite der Bilanz unter „Eingeforderte Nachschüsse“. Gleichzeitig wird der gleiche Betrag auf der Passivseite unter „Kapitalrücklage“ aufgeführt. Das sorgt für Klarheit und zeigt, wie viel Geld die Firma noch von den Gesellschaftern erwarten kann. 

Fachbegriffe erklärt:

  • Nachschüsse: Das ist zusätzliches Geld, das die Eigentümer einer GmbH nachträglich einzahlen müssen, wenn die Firma mehr Geld braucht.
  • Aktivseite: Das ist die Seite der Bilanz, auf der das Vermögen der Firma steht.
  • Passivseite: Das ist die Seite der Bilanz, auf der das Kapital und die Schulden der Firma stehen.
  • Kapitalrücklage: Das ist Geld, das zusätzlich zum Stammkapital in die Firma eingebracht wurde.

Absatz 3: Geschäfte mit Gesellschaftern

Eine GmbH kann auch Geschäfte mit ihren eigenen Gesellschaftern machen. Zum Beispiel kann die GmbH einem Gesellschafter Geld leihen oder umgekehrt. Solche Geschäfte müssen in der Bilanz besonders gekennzeichnet werden. Das heißt: Es muss extra aufgeführt werden, wenn die GmbH Forderungen (also Ansprüche auf Geld) oder Verbindlichkeiten (also Schulden) gegenüber ihren Gesellschaftern hat. Wenn diese Beträge nicht extra aufgeführt werden, muss zumindest im Anhang zur Bilanz darauf hingewiesen werden. So bleibt alles transparent, und niemand kann verstecken, dass es besondere Beziehungen zwischen der Firma und ihren Eigentümern gibt. 

Fachbegriffe erklärt:

  • Forderung: Das ist ein Anspruch auf Geld, den die Firma gegenüber jemandem hat.
  • Verbindlichkeit: Das ist eine Schuld, die die Firma bei jemandem hat.
  • Anhang: Das ist ein zusätzlicher Teil zum Jahresabschluss, in dem weitere wichtige Informationen stehen.

Was regelt § 42 GmbHG?

Warum gibt es diese Regeln?

Diese Regeln sorgen dafür, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse der GmbH klar und ehrlich dargestellt werden. Besonders wichtig ist, dass die Beziehungen zwischen der GmbH und ihren Gesellschaftern offen gelegt werden. Das schützt Gläubiger, also Menschen oder Firmen, die der GmbH Geld geliehen haben oder noch Geld bekommen sollen. Sie können so besser einschätzen, ob die GmbH in Schwierigkeiten geraten könnte. 

Unterschiede zu anderen Firmenformen

Für andere Firmenformen, wie zum Beispiel die Aktiengesellschaft, gelten andere Regeln. Dort ist es nicht so wichtig, die Beziehungen zu jedem einzelnen Eigentümer genau aufzulisten. Bei der GmbH ist das aber anders, weil die Gesellschafter oft enger mit der Firma verbunden sind und mehr Einfluss haben. Deshalb gibt es diese besonderen Vorschriften im § 42 GmbHG. 

Zusammenfassung

§ 42 GmbHG schreibt vor, wie das Stammkapital, Nachschüsse und Geschäfte mit den Gesellschaftern in der Bilanz einer GmbH dargestellt werden müssen. Das sorgt für Klarheit und schützt alle, die mit der GmbH zu tun haben. Die Vorschrift ist eine wichtige Ergänzung zu den allgemeinen Regeln für den Jahresabschluss.

Wenn Sie Fragen zu Ihrer GmbH oder zur Bilanz haben, sollten Sie Kontakt mit der Anwalts- und Notarkanzlei Krau aufnehmen.

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