Was regelt Paragraf 342 BGB?

Mai 17, 2026

In diesem Text erfahren Sie, was Paragraf 342 BGB bedeutet. Ich erkläre Ihnen die Vorschrift in einfachen Worten. Sie lernen, was eine Vertragsstrafe ist und was passiert, wenn die Strafe keine Geldzahlung ist. Am Ende wissen Sie, wie Paragraf 342 BGB funktioniert und worauf Sie achten sollten.

In Paragraf 342 BGB geht es um die sogenannte Vertragsstrafe. Eine Vertragsstrafe ist eine Strafe, die im Vertrag vereinbart wird. Sie soll dafür sorgen, dass sich beide Seiten an den Vertrag halten. Normalerweise ist eine Vertragsstrafe eine Geldzahlung. Manchmal wird aber auch eine andere Strafe vereinbart. Genau darum geht es in Paragraf 342 BGB.

Worum geht es bei der Vertragsstrafe?

Bedeutung der Vertragsstrafe

Eine Vertragsstrafe ist eine besondere Vereinbarung im Vertrag. Sie sagt: Wenn jemand gegen den Vertrag verstößt, muss er eine Strafe zahlen oder etwas anderes tun. Das Ziel ist, dass sich die Vertragspartner an ihre Abmachungen halten. Die Vertragsstrafe ist also eine Art Druckmittel. Sie soll verhindern, dass jemand seine Pflichten vergisst oder absichtlich nicht erfüllt.

Beispiele für Vertragsstrafen

Ein Beispiel: Sie schließen einen Vertrag mit einer Firma. Die Firma soll Ihr Haus bis zum 1. Juli fertig bauen. Im Vertrag steht: Wenn die Firma zu spät fertig wird, muss sie Ihnen 1.000 Euro zahlen. Das ist eine Vertragsstrafe in Geld.

Manchmal vereinbaren die Parteien aber auch eine andere Strafe. Zum Beispiel: Die Firma muss Ihnen als Strafe eine zusätzliche Arbeit machen, etwa den Garten anlegen. Oder sie muss auf ein bestimmtes Recht verzichten. Auch das kann eine Vertragsstrafe sein.

Was regelt Paragraf 342 BGB genau?

Paragraf 342 BGB sagt: Wenn die Vertragsstrafe keine Geldzahlung ist, gelten trotzdem die gleichen Regeln wie bei einer Geldstrafe. Das bedeutet: Auch wenn die Strafe darin besteht, eine andere Leistung zu erbringen, gelten die Vorschriften der Paragrafen 339 bis 341 BGB. Diese Vorschriften regeln, wann und wie eine Vertragsstrafe verlangt werden kann.

Außerdem steht in Paragraf 342 BGB: Wenn derjenige, der die Strafe bekommt (zum Beispiel Sie als Bauherr), die Strafe verlangt, kann er keinen weiteren Schaden ersetzt verlangen. Das heißt: Sie können nicht erst die Strafe verlangen und dann noch mehr Geld fordern, weil Ihnen vielleicht noch ein größerer Schaden entstanden ist. Sie müssen sich entscheiden: Entweder die Strafe oder der Schadensersatz.

Was sind andere Leistungen als Geld?

Beispiele für andere Leistungen

Nicht immer muss die Vertragsstrafe eine Geldzahlung sein. Die Parteien können auch etwas anderes vereinbaren. Beispiele sind:

  • Der Schuldner muss eine bestimmte Arbeit machen.
  • Er muss auf ein Recht verzichten.
  • Er muss eine Sache herausgeben.

Auch ein sogenannter Verzicht auf eigene Rechte kann eine Vertragsstrafe sein. Das bedeutet: Jemand verliert ein Recht, wenn er gegen den Vertrag verstößt. Zum Beispiel: Ein Mieter verliert das Recht auf eine Rückzahlung, wenn er zu früh auszieht.

Welche Regeln gelten für andere Vertragsstrafen?

Die Regeln für Geldstrafen gelten auch für andere Vertragsstrafen. Das steht in Paragraf 342 BGB. Das heißt:

  • Die Strafe muss im Vertrag klar vereinbart sein.
  • Sie wird nur fällig, wenn der Schuldner seine Pflicht verletzt.
  • Der Gläubiger (das ist der, der die Strafe bekommt) kann wählen, ob er die Strafe oder Schadensersatz verlangt. Aber: Er kann nicht beides zusammen verlangen, wenn die Strafe keine Geldzahlung ist.

Was ist der Unterschied zu einer Verfallklausel?

Manchmal gibt es im Vertrag sogenannte Verfallklauseln. Das bedeutet: Wenn jemand gegen den Vertrag verstößt, verliert er ein bestimmtes Recht. Auch das ist eine Art Vertragsstrafe. Die Gerichte behandeln Verfallklauseln oft genauso wie Vertragsstrafen. Die gleichen Regeln gelten also auch hier.

Kann man von Paragraf 342 BGB abweichen?

Ja, Paragraf 342 BGB ist nicht zwingend. Das bedeutet: Die Parteien können im Vertrag etwas anderes vereinbaren. Sie können zum Beispiel festlegen, dass der Gläubiger die Strafe und zusätzlich noch Schadensersatz verlangen darf. Das muss aber ausdrücklich im Vertrag stehen.

Warum gibt es diese Regeln?

Die Vertragsstrafe soll dafür sorgen, dass die Vertragspartner ihre Pflichten ernst nehmen. Sie ist ein Druckmittel. Gleichzeitig soll sie aber nicht zu hart sein. Deshalb gibt es klare Regeln, wann und wie eine Vertragsstrafe verlangt werden kann. Der Schuldner soll nicht doppelt bestraft werden. Deshalb kann der Gläubiger nicht einfach Strafe und Schadensersatz zusammen verlangen, wenn die Strafe keine Geldzahlung ist 

Zusammenfassung

Paragraf 342 BGB regelt, was passiert, wenn im Vertrag eine andere Strafe als eine Geldzahlung vereinbart wird. Die gleichen Regeln wie für Geldstrafen gelten auch für andere Vertragsstrafen. Der Gläubiger kann entweder die Strafe oder Schadensersatz verlangen, aber nicht beides zusammen. Die Parteien können im Vertrag auch andere Regelungen treffen.

Wenn Sie Fragen zu Vertragsstrafen oder zu Paragraf 342 BGB haben, sollten Sie sich beraten lassen. Die Anwalts- und Notarkanzlei Krau hilft Ihnen gerne weiter. Sie können dort Ihre Fragen stellen und bekommen Unterstützung bei allen rechtlichen Themen rund um Verträge und Vertragsstrafen.

RA und Notar Krau

Dieser Beitrag wurde von Anwalts- und Notarkanzlei Krau aus Hohenahr im Lahn-Dill-Kreis erstellt. Die Kanzlei berät Mandantinnen und Mandanten in Mittelhessen, insbesondere in der Region Wetzlar, Gießen und Marburg.

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