Was regelt Paragraf 369 BGB?

Mai 17, 2026

Sie möchten wissen, was Paragraf 369 BGB regelt. Im Folgenden erkläre ich Ihnen diesen Paragraphen in einfacher Sprache. Ich gehe dabei Schritt für Schritt vor. Sie erfahren, was im Gesetz steht, was das für Sie bedeutet und wie Sie das im Alltag betrifft. Fachbegriffe werden erklärt. Am Schluss finden Sie einen Hinweis, wie Sie bei weiteren Fragen Unterstützung bekommen.

Worum geht es in Paragraf 369 BGB?

Paragraf 369 BGB regelt die Kosten der Quittung. Das bedeutet: Es geht darum, wer bezahlen muss, wenn eine Quittung ausgestellt wird. Eine Quittung ist ein schriftlicher Beleg dafür, dass jemand eine Schuld bezahlt hat. Wenn Sie zum Beispiel eine Rechnung bezahlen, können Sie eine Quittung verlangen. Damit können Sie später beweisen, dass Sie gezahlt haben.

Was steht genau in Paragraf 369 BGB?

Im Gesetz steht:

  1. Die Kosten der Quittung muss der Schuldner zahlen und vorstrecken. Das heißt: Wer eine Schuld bezahlt, muss auch für die Quittung bezahlen, wenn sie etwas kostet.
  2. Es gibt aber Ausnahmen. Wenn aus dem Vertrag oder einer anderen Vereinbarung etwas anderes folgt, kann auch der Gläubiger die Kosten tragen. Der Gläubiger ist die Person, die das Geld bekommt.
  3. Wenn es mehrere Gläubiger gibt, weil die Forderung übertragen wurde oder weil jemand gestorben ist, müssen die Gläubiger die Mehrkosten selbst tragen. Das bedeutet: Wenn durch einen Erbfall oder eine Abtretung mehrere Personen das Geld bekommen sollen, müssen sie die zusätzlichen Kosten für die Quittung selbst bezahlen. 1

Was ist ein Schuldner und was ist ein Gläubiger?

  • Schuldner: Das ist die Person, die etwas schuldet. Sie muss zum Beispiel Geld bezahlen.
  • Gläubiger: Das ist die Person, die etwas bekommt. Sie hat Anspruch auf das Geld.

Wenn Sie zum Beispiel eine Rechnung bekommen und bezahlen, sind Sie der Schuldner. Die Firma, die das Geld bekommt, ist der Gläubiger.

Was ist eine Quittung?

Eine Quittung ist ein Beweisstück. Sie zeigt, dass Sie eine Schuld bezahlt haben. Sie können eine Quittung verlangen, wenn Sie etwas bezahlen. Das ist wichtig, falls später jemand behauptet, Sie hätten nicht gezahlt. Mit der Quittung können Sie das Gegenteil beweisen.

Wer zahlt die Kosten für die Quittung?

Grundsätzlich muss der Schuldner die Kosten für die Quittung bezahlen. Das steht so im Gesetz. Das bedeutet: Wenn Sie eine Quittung möchten und diese kostet etwas, müssen Sie dafür aufkommen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Quittung beglaubigt werden muss. Eine Beglaubigung ist eine Bestätigung, dass die Unterschrift auf der Quittung echt ist. Das macht zum Beispiel ein Notar.

Gibt es Ausnahmen?

Ja. Wenn Sie mit dem Gläubiger etwas anderes vereinbart haben, kann auch der Gläubiger die Kosten übernehmen.

Was regelt Paragraf 369 BGB?

Das steht im Gesetz: „sofern nicht aus dem zwischen ihm und dem Gläubiger bestehenden Rechtsverhältnis sich ein anderes ergibt“. Das bedeutet: Wenn im Vertrag steht, dass der Gläubiger die Kosten trägt, gilt das.

Was passiert, wenn es mehrere Gläubiger gibt?

Manchmal gibt es nicht nur einen Gläubiger, sondern mehrere. Das kann passieren, wenn die Forderung übertragen wurde oder wenn jemand gestorben ist und mehrere Erben das Geld bekommen sollen. In diesem Fall müssen die Gläubiger die Mehrkosten für die Quittung selbst bezahlen. Das heißt: Die zusätzlichen Kosten, die entstehen, weil es mehrere Gläubiger gibt, werden nicht vom Schuldner getragen. 

Warum ist das wichtig?

Für Sie als Schuldner ist es wichtig zu wissen, dass Sie die Kosten für die Quittung zahlen müssen. So können Sie sich darauf einstellen. Für Gläubiger ist wichtig zu wissen, dass sie die Mehrkosten tragen müssen, wenn sie zu mehreren sind.

Was sind typische Kosten für eine Quittung?

In den meisten Fällen kostet eine einfache Quittung nichts. Sie bekommen sie kostenlos, wenn Sie bar bezahlen. Manchmal entstehen aber Kosten, zum Beispiel für Papier, Porto oder eine Beglaubigung. Diese Kosten müssen Sie als Schuldner übernehmen, wenn Sie die Quittung verlangen. 

Was passiert, wenn Sie keine Quittung bekommen?

Sie haben das Recht, eine Quittung zu verlangen. Wenn der Gläubiger Ihnen keine Quittung gibt, können Sie die Zahlung verweigern, bis Sie eine Quittung bekommen. Das steht in einem anderen Paragraphen (Paragraf 368 BGB). Eine Quittung ist wichtig, um später beweisen zu können, dass Sie gezahlt haben.

Was ist, wenn Sie eine Quittung für mehrere Gläubiger brauchen?

Wenn es mehrere Gläubiger gibt, zum Beispiel nach einem Erbfall, kann es sein, dass Sie mehrere Quittungen brauchen. Die zusätzlichen Kosten dafür müssen die Gläubiger selbst tragen. Sie als Schuldner zahlen nur die Kosten für eine einfache Quittung. 

Was bedeutet „vorzuschießen“?

Im Gesetz steht, dass der Schuldner die Kosten „vorzuschießen“ hat. Das bedeutet: Sie müssen die Kosten erst einmal bezahlen. Wenn sich später herausstellt, dass eigentlich der Gläubiger zahlen müsste, können Sie das Geld zurückverlangen.

Was ist eine Übertragung der Forderung?

Eine Forderung kann übertragen werden. Das bedeutet: Der Gläubiger kann sein Recht auf das Geld an eine andere Person weitergeben. Das nennt man Abtretung. Wenn das passiert, kann es sein, dass Sie als Schuldner an einen neuen Gläubiger zahlen müssen. Wenn Sie dann eine Quittung brauchen und es mehrere Gläubiger gibt, zahlen diese die Mehrkosten.

Was ist eine Erbfolge?

Erbfolge bedeutet, dass jemand stirbt und seine Rechte und Pflichten an die Erben übergehen. Wenn der Gläubiger stirbt, können mehrere Erben das Geld bekommen. Auch hier gilt: Die Mehrkosten für die Quittung müssen die Erben tragen.

Was sollten Sie sich merken?

  • Sie haben das Recht auf eine Quittung, wenn Sie eine Schuld bezahlen.
  • Die Kosten für die Quittung zahlen Sie als Schuldner.
  • Gibt es mehrere Gläubiger, zahlen diese die zusätzlichen Kosten.
  • Wenn Sie etwas anderes mit dem Gläubiger vereinbart haben, gilt diese Vereinbarung.
  • Eine Quittung ist wichtig als Beweis für die Zahlung.

Praktische Tipps

  • Verlangen Sie immer eine Quittung, wenn Sie eine Schuld begleichen.
  • Bewahren Sie die Quittung gut auf.
  • Klären Sie vor der Zahlung, wer die Kosten für eine besondere Quittung trägt.
  • Wenn Sie mehrere Gläubiger haben, müssen Sie nur die Kosten für eine einfache Quittung zahlen.

Zusammenfassung

Paragraf 369 BGB regelt, wer die Kosten für eine Quittung trägt, wenn eine Schuld bezahlt wird. In der Regel zahlt der Schuldner. Gibt es mehrere Gläubiger, zahlen diese die Mehrkosten. Eine Quittung ist ein wichtiger Beweis für die Zahlung. Sie sollten immer darauf achten, eine Quittung zu bekommen und diese aufzubewahren. 

Was tun bei weiteren Fragen?

Wenn Sie noch Fragen zu Quittungen, zu Paragraf 369 BGB oder zu anderen rechtlichen Themen haben, nehmen Sie Kontakt mit der Anwalts- und Notarkanzlei Krau auf. Dort wird Ihnen geholfen, Ihre Rechte zu verstehen und durchzusetzen.

RA und Notar Krau

Dieser Beitrag wurde von Anwalts- und Notarkanzlei Krau aus Hohenahr im Lahn-Dill-Kreis erstellt. Die Kanzlei berät Mandantinnen und Mandanten in Mittelhessen, insbesondere in der Region Wetzlar, Gießen und Marburg.

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