Was regelt Paragraf 371 BGB?

Mai 17, 2026

In diesem Text erfahren Sie, was Paragraf 371 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) regelt. Ich erkläre Ihnen die Vorschrift in einfachen Worten. Fachbegriffe werden erklärt. Sie bekommen einen Überblick, warum es diese Regel gibt und wie sie im Alltag wirkt. Am Ende finden Sie einen Hinweis, wie Sie bei Fragen weiter vorgehen können.

Was ist Paragraf 371 BGB?

Paragraf 371 BGB steht im Bürgerlichen Gesetzbuch. Das BGB ist das wichtigste Gesetz für das Zivilrecht in Deutschland. Paragraf 371 BGB regelt die Rückgabe des sogenannten Schuldscheins. Ein Schuldschein ist ein schriftliches Papier, mit dem jemand bestätigt, dass er eine bestimmte Schuld hat. Oft wird ein Schuldschein bei einem Darlehen oder einem größeren Kauf ausgestellt. Er dient als Beweis, dass eine Schuld besteht 

Was passiert, wenn die Schuld bezahlt ist?

Wenn Sie eine Schuld bezahlt haben, möchten Sie natürlich nicht, dass der Gläubiger – also derjenige, dem Sie das Geld geschuldet haben – den Schuldschein weiter gegen Sie verwenden kann. Deshalb gibt Ihnen Paragraf 371 BGB das Recht, den Schuldschein zurückzuverlangen. Sie können also vom Gläubiger fordern, dass er Ihnen den Schuldschein aushändigt 

Warum ist das wichtig?

Ein Schuldschein ist ein Beweisstück. Wer ihn besitzt, kann damit vor Gericht oder gegenüber Dritten behaupten, dass die Schuld noch besteht. Wenn Sie also bezahlt haben, soll der Gläubiger den Schuldschein nicht mehr behalten dürfen. Das schützt Sie davor, dass der Schuldschein später gegen Sie verwendet wird, obwohl Sie schon gezahlt haben 

Was ist, wenn der Gläubiger den Schuldschein nicht mehr hat?

Manchmal kommt es vor, dass der Gläubiger den Schuldschein verloren hat oder ihn nicht mehr zurückgeben kann. In diesem Fall sieht Paragraf 371 BGB eine besondere Regelung vor: Der Gläubiger muss dann auf Ihre Kosten ein sogenanntes „öffentlich beglaubigtes Anerkenntnis“ abgeben. Das bedeutet, er muss vor einem Notar oder einer anderen amtlichen Stelle schriftlich erklären, dass die Schuld nicht mehr besteht. Diese Erklärung ist ein starker Beweis dafür, dass Sie nichts mehr schulden 

Wer kann die Rückgabe verlangen?

Das Recht auf Rückgabe des Schuldscheins hat immer der Schuldner. Das ist die Person, die ursprünglich die Schuld hatte und den Schuldschein ausgestellt hat.

Was regelt Paragraf 371 BGB?

Auch wenn ein Dritter die Schuld bezahlt hat, bleibt das Recht auf Rückgabe beim ursprünglichen Schuldner 

Was ist ein Schuldschein genau?

Ein Schuldschein ist eine Urkunde. Das heißt, es ist ein schriftliches Dokument, das der Schuldner unterschrieben hat. Es muss nicht unbedingt „Schuldschein“ daraufstehen. Wichtig ist, dass aus dem Papier klar hervorgeht, dass eine bestimmte Schuld besteht. Der Schuldschein kann auch als Beweis für ein Darlehen oder eine andere Schuld dienen. Er ist aber kein Wertpapier wie ein Scheck oder eine Aktie. Auch Gutscheine sind keine Schuldscheine im Sinne des Gesetzes 

Was passiert bei Streit?

Wenn der Gläubiger den Schuldschein nicht herausgeben will, obwohl Sie bezahlt haben, können Sie ihn auf Rückgabe verklagen. Das Gericht prüft dann, ob die Schuld wirklich bezahlt ist. Ist das der Fall, muss der Gläubiger den Schuldschein herausgeben. Wenn der Schuldschein verloren ist, muss der Gläubiger das öffentlich beglaubigte Anerkenntnis abgeben 

Was ist ein öffentlich beglaubigtes Anerkenntnis?

Das ist eine schriftliche Erklärung, die von einer amtlichen Stelle – meist einem Notar – bestätigt wird. Der Gläubiger erklärt darin, dass die Schuld nicht mehr besteht. Diese Erklärung ist wichtig, weil sie für Sie ein starker Beweis ist. Sie können damit zeigen, dass Sie nichts mehr schulden, auch wenn der Schuldschein nicht mehr existiert 

Was ist mit der Quittung?

Neben dem Schuldschein gibt es auch die Quittung. Eine Quittung ist ein einfacher Beleg, dass Sie gezahlt haben. Sie können sowohl eine Quittung als auch die Rückgabe des Schuldscheins verlangen. Die Quittung ist aber nicht so stark wie der Schuldschein, weil der Schuldschein oft als besserer Beweis gilt 

Was passiert, wenn der Schuldschein bei jemand anderem ist?

Manchmal hat ein Dritter den Schuldschein. Dann können Sie von dieser Person die Herausgabe verlangen, wenn Sie die Schuld bezahlt haben. Das ist aber oft komplizierter. In solchen Fällen gibt es besondere Regeln, die Sie beachten müssen 

Wie lange kann ich die Rückgabe verlangen?

Das Recht auf Rückgabe des Schuldscheins verjährt. Das bedeutet, Sie können es nicht unbegrenzt lange geltend machen. Die normale Verjährungsfrist beträgt drei Jahre. Danach können Sie den Schuldschein nicht mehr zurückverlangen 

Was ist, wenn es um einen Gerichtstitel geht?

Auch bei Gerichtstiteln, also Urteilen, kann Paragraf 371 BGB in ähnlicher Weise angewendet werden. Wenn Sie eine Schuld bezahlt haben, die in einem Urteil festgehalten wurde, können Sie die Herausgabe des Titels verlangen. Das schützt Sie davor, dass aus dem Urteil noch einmal gegen Sie vollstreckt wird 

Zusammenfassung

Paragraf 371 BGB schützt Sie, wenn Sie eine Schuld bezahlt haben. Sie können dann die Rückgabe des Schuldscheins verlangen. Ist der Schuldschein verloren, bekommen Sie eine amtliche Erklärung, dass Sie nichts mehr schulden. Das Gesetz will verhindern, dass Sie nach der Bezahlung noch einmal für dieselbe Schuld belangt werden. Es geht also um Ihren Schutz und um klare Verhältnisse.

Was sollten Sie tun?

Wenn Sie Fragen zu Schuldscheinen, Quittungen oder zur Rückgabe von Dokumenten nach der Bezahlung einer Schuld haben, nehmen Sie Kontakt mit der Anwalts- und Notarkanzlei Krau auf. Dort erhalten Sie Unterstützung bei allen weiteren Schritten.

RA und Notar Krau

Dieser Beitrag wurde von Anwalts- und Notarkanzlei Krau aus Hohenahr im Lahn-Dill-Kreis erstellt. Die Kanzlei berät Mandantinnen und Mandanten in Mittelhessen, insbesondere in der Region Wetzlar, Gießen und Marburg.

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