Was regelt Paragraf 373 BGB?

Mai 17, 2026

Paragraf 373 BGB ist eine Vorschrift im Bürgerlichen Gesetzbuch. Das Bürgerliche Gesetzbuch wird oft mit BGB abgekürzt. Es enthält die wichtigsten Regeln für Verträge und das Zusammenleben der Menschen in Deutschland. Paragraf 373 BGB steht im Abschnitt über die sogenannte „Hinterlegung“. Das bedeutet, dass jemand eine Sache oder Geld sicher bei einer neutralen Stelle abgeben kann, wenn es Probleme bei der Übergabe gibt.

Der genaue Wortlaut von Paragraf 373 BGB

Im Gesetz steht:
„Ist der Schuldner nur gegen eine Leistung des Gläubigers zu leisten verpflichtet, so kann er das Recht des Gläubigers zum Empfang der hinterlegten Sache von der Bewirkung der Gegenleistung abhängig machen.“ 

Das klingt kompliziert. Deshalb erkläre ich Ihnen jetzt, was das bedeutet.

Was ist ein Schuldner und was ist ein Gläubiger?

  • Schuldner: Das ist die Person, die etwas tun oder geben muss. Zum Beispiel muss der Verkäufer dem Käufer die Ware geben.
  • Gläubiger: Das ist die Person, die etwas bekommt. Zum Beispiel bekommt der Käufer die Ware.

Was bedeutet „Zug-um-Zug-Leistung“?

Oft ist es so: Der Schuldner muss nur dann leisten, wenn der Gläubiger auch seine Leistung erbringt. Das nennt man „Zug-um-Zug“. Ein Beispiel: Der Verkäufer gibt die Ware nur dann heraus, wenn der Käufer bezahlt. Und der Käufer zahlt nur, wenn er die Ware bekommt.

Was ist eine Hinterlegung?

Manchmal gibt es Streit oder Probleme bei der Übergabe. Vielleicht will der Käufer nicht zahlen, oder der Verkäufer will die Ware nicht herausgeben. In solchen Fällen kann der Schuldner die Sache oder das Geld bei einer neutralen Stelle „hinterlegen“. Das ist meist ein Gericht oder eine spezielle Behörde. Damit ist die Sache sicher verwahrt, bis der Streit gelöst ist.

Was regelt Paragraf 373 BGB genau?

Paragraf 373 BGB sagt: Wenn der Schuldner nur dann leisten muss, wenn der Gläubiger auch leistet (also Zug-um-Zug), dann kann der Schuldner bestimmen, dass der Gläubiger die hinterlegte Sache nur bekommt, wenn er selbst seine Leistung erbringt.

Einfach gesagt:
Wenn Sie zum Beispiel als Verkäufer die Ware bei Gericht hinterlegen, weil der Käufer nicht zahlt, dann bekommt der Käufer die Ware nur, wenn er auch das Geld bezahlt. Sie müssen die Ware also nicht einfach so herausgeben, sondern können auf die Zahlung bestehen.

Warum gibt es diese Regel?

Diese Regel schützt den Schuldner. Sie sorgt dafür, dass niemand leer ausgeht. Der Schuldner muss nicht fürchten, dass er seine Sache verliert, ohne die Gegenleistung zu bekommen. Das ist besonders wichtig, wenn sich beide Parteien nicht vertrauen oder wenn es Streit gibt.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Stellen Sie sich vor, Sie verkaufen Ihr Fahrrad an jemanden. Sie vereinbaren: Sie geben das Fahrrad nur gegen das Geld heraus. Jetzt will der Käufer das Fahrrad, aber er zahlt nicht. Sie können das Fahrrad bei Gericht hinterlegen. Dann kann der Käufer das Fahrrad nur abholen, wenn er das Geld bei Gericht einzahlt. So sind Sie auf der sicheren Seite.

Was passiert, wenn der Gläubiger nicht leistet?

Wenn der Gläubiger (zum Beispiel der Käufer) seine Leistung nicht erbringt, bekommt er die hinterlegte Sache nicht.

Das Gericht oder die Behörde gibt die Sache nur heraus, wenn beide Seiten ihre Pflichten erfüllen.

Wie läuft eine Hinterlegung ab?

  1. Sie bringen die Sache oder das Geld zu einer Hinterlegungsstelle, meistens beim Amtsgericht.
  2. Sie geben an, warum Sie hinterlegen.
  3. Die Hinterlegungsstelle verwahrt die Sache sicher.
  4. Der Gläubiger kann die Sache abholen, aber nur, wenn er seine Leistung erbringt (zum Beispiel das Geld zahlt).

Was ist, wenn beide Parteien Unternehmer sind?

Für Unternehmer gibt es im Handelsgesetzbuch (HGB) noch besondere Regeln. Das HGB ist ein Gesetz, das speziell für Kaufleute und Unternehmen gilt. Dort gibt es die Paragrafen 373–381 HGB, die Sonderregeln für sogenannte „Handelskäufe“ enthalten. Das sind Käufe zwischen Unternehmen. Auch dort spielt die Hinterlegung eine Rolle, aber mit einigen Besonderheiten.

Was ist der Unterschied zu anderen Regeln im Kaufrecht?

Im Kaufrecht gibt es viele Vorschriften, die das Verhältnis zwischen Käufer und Verkäufer regeln. Die Paragrafen 433–453 BGB sind die allgemeinen Regeln für Kaufverträge. Paragraf 373 BGB ist eine spezielle Regel für den Fall, dass eine Zug-um-Zug-Leistung vereinbart wurde und es zu Problemen bei der Übergabe kommt.

Warum ist die Hinterlegung wichtig?

Die Hinterlegung ist ein Schutzmechanismus. Sie verhindert, dass jemand einen Nachteil hat, wenn der andere seine Pflicht nicht erfüllt. Sie sorgt für Fairness und Sicherheit im Geschäftsleben.

Was sollten Sie beachten?

  • Hinterlegen Sie eine Sache nur, wenn es wirklich nötig ist.
  • Informieren Sie den Gläubiger über die Hinterlegung.
  • Halten Sie alle Belege und Nachweise gut fest.
  • Bei Unsicherheiten hilft es, sich beraten zu lassen.

Zusammenfassung

Paragraf 373 BGB regelt, dass der Schuldner bei einer Zug-um-Zug-Leistung das Recht des Gläubigers auf die hinterlegte Sache von der Gegenleistung abhängig machen kann. Das schützt beide Seiten und sorgt für einen fairen Ablauf, wenn es bei der Übergabe Probleme gibt. Die Hinterlegung ist eine Möglichkeit, Streit zu vermeiden und Sicherheit zu schaffen.

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben oder Unterstützung benötigen, nehmen Sie bitte Kontakt mit der Anwalts- und Notarkanzlei Krau auf. Dort erhalten Sie eine individuelle Beratung und Hilfe bei allen rechtlichen Fragen rund um Verträge und das Bürgerliche Gesetzbuch.

RA und Notar Krau

Dieser Beitrag wurde von Anwalts- und Notarkanzlei Krau aus Hohenahr im Lahn-Dill-Kreis erstellt. Die Kanzlei berät Mandantinnen und Mandanten in Mittelhessen, insbesondere in der Region Wetzlar, Gießen und Marburg.

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