Was regelt Paragraf 376 HGB?

Mai 6, 2026

Was regelt Paragraf 376 HGB?

Einleitung

In diesem Text erfahren Sie, was Paragraf 376 HGB bedeutet und wie er funktioniert. Sie bekommen eine einfache Erklärung, damit Sie den Inhalt auch ohne juristische Vorkenntnisse verstehen. Am Ende des Textes finden Sie einen Hinweis, wie Sie bei weiteren Fragen Unterstützung erhalten.

Was ist das HGB und was regelt Paragraf 376 HGB?

Das HGB ist das Handelsgesetzbuch. Es enthält besondere Regeln für Kaufleute. Kaufleute sind Menschen oder Firmen, die regelmäßig Waren kaufen und verkaufen. Paragraf 376 HGB ist eine Vorschrift im HGB. Diese Vorschrift regelt den sogenannten Fixhandelskauf. Das ist ein besonderer Kaufvertrag zwischen Kaufleuten, bei dem die Lieferung oder Leistung zu einer ganz bestimmten Zeit oder innerhalb einer festen Frist erfolgen muss 

Was ist ein Fixhandelskauf?

Ein Fixhandelskauf ist ein Kauf, bei dem es sehr wichtig ist, dass die Ware oder Leistung genau zu einem bestimmten Zeitpunkt geliefert wird. Es reicht nicht, dass einfach ein Termin im Vertrag steht. Die Parteien müssen sich einig sein, dass der Vertrag nur dann erfüllt ist, wenn die Lieferung pünktlich erfolgt. Wenn die Lieferung zu spät kommt, ist der Vertrag für den Käufer oft wertlos 

Beispiel:
Sie bestellen als Kaufmann 100 Blumensträuße für eine Hochzeitsfeier am Samstag um 14 Uhr. Kommen die Blumen erst am Sonntag, sind sie für die Hochzeit nicht mehr zu gebrauchen. In diesem Fall handelt es sich um einen Fixhandelskauf.

Wer kann einen Fixhandelskauf abschließen?

Paragraf 376 HGB gilt, wenn mindestens eine Partei Kaufmann ist. Das heißt, es reicht, wenn entweder der Käufer oder der Verkäufer ein Kaufmann ist. Privatpersonen, die keine Kaufleute sind, können diese Vorschrift nicht nutzen 

Was passiert, wenn die Lieferung zu spät kommt?

Kommt die Lieferung nicht rechtzeitig, hat der Käufer besondere Rechte:

  • Rücktritt vom Vertrag: Der Käufer kann sofort vom Vertrag zurücktreten. Das bedeutet, er muss die Ware nicht mehr abnehmen und muss auch nicht bezahlen.
  • Schadensersatz: Ist der Verkäufer schuld an der Verspätung, kann der Käufer Schadensersatz verlangen. Das heißt, er kann Geld für den Schaden fordern, der ihm durch die Verspätung entstanden ist.
  • Erfüllung verlangen: Der Käufer kann auch weiterhin die Lieferung verlangen. Aber: Er muss dem Verkäufer sofort nach Ablauf der Frist sagen, dass er die Lieferung noch will. Tut er das nicht, kann er nur noch zurücktreten oder Schadensersatz verlangen 

Was regelt Paragraf 376 HGB?

Wichtig: Der Käufer muss sich schnell entscheiden, was er will. Wartet er zu lange, kann er die Lieferung nicht mehr verlangen.

Wie wird der Schaden berechnet?

Wenn der Käufer Schadensersatz will, gibt es eine besondere Regel: Hat die Ware einen Börsen- oder Marktpreis, kann der Käufer die Differenz zwischen dem vereinbarten Preis und dem Marktpreis verlangen. Das ist zum Beispiel bei Rohstoffen oder Wertpapieren üblich. Kauft der Käufer die Ware nach Ablauf der Frist woanders, muss er das sofort tun. Nur dann kann er die Preisdifferenz als Schaden geltend machen 

Beispiel:
Sie kaufen als Kaufmann 100 Tonnen Weizen zu einem festen Preis. Der Verkäufer liefert nicht pünktlich. Sie kaufen den Weizen sofort nach Ablauf der Frist woanders, aber zu einem höheren Preis. Die Differenz können Sie als Schaden verlangen.

Unterschied zum normalen Kaufvertrag

Bei einem normalen Kaufvertrag kann der Käufer meist erst nach einer Mahnung oder einer Nachfrist vom Vertrag zurücktreten oder Schadensersatz verlangen. Beim Fixhandelskauf nach Paragraf 376 HGB ist das anders: Hier kann der Käufer sofort reagieren, wenn die Lieferung zu spät kommt. Das liegt daran, dass die pünktliche Lieferung für ihn besonders wichtig ist 

Was ist ein absolutes Fixgeschäft?

Es gibt noch eine besondere Art von Fixgeschäft: das absolute Fixgeschäft. Hier ist die Leistung nach Ablauf der Frist völlig unmöglich. Das ist zum Beispiel bei Eintrittskarten für ein Konzert der Fall. Kommen die Karten nach dem Konzert, sind sie wertlos. In solchen Fällen ist die Leistung nach Ablauf der Zeit nicht mehr möglich, und der Vertrag endet automatisch 

Was müssen Sie als Käufer oder Verkäufer beachten?

  • Prüfen Sie, ob Sie Kaufmann sind. Nur dann gilt Paragraf 376 HGB.
  • Vereinbaren Sie klar, dass die Lieferung zu einem festen Termin erfolgen muss.
  • Reagieren Sie sofort, wenn die Lieferung zu spät kommt. Entscheiden Sie, ob Sie die Ware noch wollen oder vom Vertrag zurücktreten.
  • Informieren Sie den Verkäufer sofort, wenn Sie auf die Lieferung bestehen.
  • Wenn Sie Schadensersatz wollen, kaufen Sie die Ware sofort woanders und dokumentieren Sie den Preisunterschied.

Zusammenfassung

Paragraf 376 HGB regelt den Fixhandelskauf zwischen Kaufleuten. Hier ist die pünktliche Lieferung besonders wichtig. Kommt die Ware zu spät, hat der Käufer besondere Rechte: Er kann zurücktreten, Schadensersatz verlangen oder die Lieferung fordern, wenn er das sofort mitteilt. Die Vorschrift schützt Käufer, die auf eine rechtzeitige Lieferung angewiesen sind 

Was tun bei Unsicherheiten?

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Vertrag ein Fixhandelskauf ist oder wie Sie sich bei einer verspäteten Lieferung verhalten sollen, lassen Sie sich beraten. Nehmen Sie Kontakt mit der Anwalts- und Notarkanzlei Krau auf. Dort erhalten Sie Unterstützung bei allen Fragen rund um den Fixhandelskauf und das Handelsrecht.

RA und Notar Krau

Dieser Beitrag wurde von Anwalts- und Notarkanzlei Krau aus Hohenahr im Lahn-Dill-Kreis erstellt. Die Kanzlei berät Mandantinnen und Mandanten in Mittelhessen, insbesondere in der Region Wetzlar, Gießen und Marburg.

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