Was regelt Paragraf 397 BGB?

Mai 18, 2026

Paragraf 397 BGB ist eine Vorschrift im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Das BGB ist das wichtigste Gesetz für das Zivilrecht in Deutschland. Es regelt viele Alltagsfragen, zum Beispiel Verträge, Eigentum und Schulden. In Paragraf 397 BGB geht es darum, wie eine Schuld zwischen zwei Personen beendet werden kann.

Was ist eine Schuld?

Eine Schuld bedeutet, dass eine Person (der Schuldner) einer anderen Person (dem Gläubiger) etwas schuldet. Das kann Geld sein, aber auch eine andere Leistung, wie zum Beispiel die Lieferung einer Ware oder das Erbringen einer Dienstleistung.

Was regelt Paragraf 397 BGB genau?

Paragraf 397 BGB regelt zwei Möglichkeiten, wie eine Schuld durch einen Vertrag beendet werden kann:

  1. Erlassvertrag
  2. Negatives Schuldanerkenntnis

Der Erlassvertrag

Ein Erlassvertrag ist ein Vertrag, bei dem der Gläubiger dem Schuldner die Schuld erlässt. Das bedeutet: Der Gläubiger sagt, dass der Schuldner nicht mehr zahlen oder leisten muss. Beide Seiten müssen sich darüber einig sein. Es reicht nicht, wenn nur der Gläubiger das will. Auch der Schuldner muss zustimmen.

Beispiel:
Sie haben von einer Freundin 100 Euro geliehen. Ihre Freundin sagt: „Du musst mir das Geld nicht mehr zurückgeben.“ Sie sind einverstanden. Dann ist die Schuld erlassen. Sie müssen das Geld nicht mehr zurückzahlen.

Wichtig:
Der Erlassvertrag ist ein Vertrag. Das heißt, beide Seiten müssen zustimmen. Es reicht nicht, wenn nur eine Seite das will.

Negatives Schuldanerkenntnis

Das negative Schuldanerkenntnis ist die zweite Möglichkeit in Paragraf 397 BGB. Hier sagt der Gläubiger ausdrücklich, dass es die Schuld gar nicht gibt. Auch das muss in einem Vertrag zwischen Gläubiger und Schuldner geschehen.

Beispiel:
Jemand behauptet, Sie schulden ihm 200 Euro. Sie sagen, das stimmt nicht. Der andere stimmt Ihnen zu und erklärt in einem Vertrag: „Ich erkenne an, dass keine Schuld besteht.“ Damit ist die Sache erledigt.

Warum gibt es diese Regelungen?

Das Gesetz will Klarheit schaffen. Wenn beide Seiten einverstanden sind, kann eine Schuld einfach beendet werden.

Was regelt Paragraf 397 BGB?

Das ist oft sinnvoll, zum Beispiel wenn sich die Umstände geändert haben oder wenn der Gläubiger dem Schuldner entgegenkommen will.

Wie kommt ein Erlassvertrag zustande?

Ein Erlassvertrag kommt zustande, wenn sich beide Seiten einig sind. Das kann schriftlich, mündlich oder sogar durch schlüssiges Verhalten passieren. „Schlüssiges Verhalten“ bedeutet, dass jemand durch sein Verhalten zeigt, dass er einverstanden ist, auch wenn er nichts sagt.

Beispiel für schlüssiges Verhalten:
Der Gläubiger schreibt dem Schuldner, dass er auf die Rückzahlung verzichtet. Der Schuldner antwortet nicht, zahlt aber auch nicht mehr. Wenn beide sich so verhalten, als gäbe es die Schuld nicht mehr, kann das als Einigung gelten.

Was ist, wenn der Gläubiger auf einen Teil der Schuld verzichtet?

Der Gläubiger kann auch nur auf einen Teil der Schuld verzichten. Dann bleibt die restliche Schuld bestehen. Auch das muss aber vereinbart werden.

Gibt es Ausnahmen?

Manche Schulden können nicht einfach erlassen werden. Zum Beispiel gibt es im Arbeitsrecht Ansprüche, auf die nicht verzichtet werden darf, wie den gesetzlichen Mindestlohn. Auch andere gesetzliche Vorschriften können einen Verzicht verbieten.

Was ist, wenn der Erlassvertrag ohne Gegenleistung erfolgt?

Ein Erlassvertrag kann auch ohne eine Gegenleistung des Schuldners wirksam sein. Das bedeutet: Der Schuldner muss dem Gläubiger nichts dafür geben, dass die Schuld erlassen wird. Das ist im Gesetz ausdrücklich erlaubt.

Was ist ein Vertrag?

Ein Vertrag ist eine Vereinbarung zwischen zwei oder mehr Personen. Beide Seiten müssen sich einig sein. Ein Vertrag kann mündlich, schriftlich oder durch Verhalten geschlossen werden.

Was ist ein Gläubiger?

Der Gläubiger ist die Person, die etwas bekommt. Zum Beispiel das Geld, das sie verliehen hat.

Was ist ein Schuldner?

Der Schuldner ist die Person, die etwas schuldet. Zum Beispiel das Geld, das sie sich geliehen hat.

Was ist ein negatives Schuldanerkenntnis?

Ein negatives Schuldanerkenntnis ist eine Vereinbarung, dass eine Schuld nicht besteht. Das ist das Gegenteil von einem normalen Schuldanerkenntnis, bei dem jemand zugibt, dass er etwas schuldet.

Zusammenfassung

Paragraf 397 BGB regelt, wie eine Schuld durch einen Vertrag beendet werden kann. Das geht auf zwei Arten: durch einen Erlassvertrag oder durch ein negatives Schuldanerkenntnis. Beide Seiten müssen sich einig sein. Der Gläubiger kann auf die ganze oder einen Teil der Schuld verzichten. In manchen Fällen ist ein Verzicht nicht erlaubt, zum Beispiel beim gesetzlichen Mindestlohn.

Was sollten Sie tun?

Wenn Sie Fragen dazu haben, ob eine Schuld noch besteht oder wie Sie eine Schuld beenden können, sollten Sie sich an die Anwalts- und Notarkanzlei Krau wenden. Dort erhalten Sie Unterstützung und eine individuelle Beratung zu Ihrem Fall.


RA und Notar Krau

Dieser Beitrag wurde von Anwalts- und Notarkanzlei Krau aus Hohenahr im Lahn-Dill-Kreis erstellt. Die Kanzlei berät Mandantinnen und Mandanten in Mittelhessen, insbesondere in der Region Wetzlar, Gießen und Marburg.

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