Was regelt Paragraf 407 BGB?

Mai 18, 2026

Sie möchten wissen, was Paragraf 407 BGB regelt. Ich erkläre Ihnen das Gesetz in einfachen Worten. Sie erfahren, was passiert, wenn eine Forderung abgetreten wurde und Sie als Schuldner trotzdem an den alten Gläubiger zahlen. Außerdem erkläre ich wichtige Begriffe und gebe Beispiele.

Was ist eine Forderung und was bedeutet Abtretung?

Eine Forderung ist ein Anspruch, den jemand gegen eine andere Person hat. Zum Beispiel: Sie haben bei einem Freund 100 Euro geliehen. Ihr Freund kann von Ihnen verlangen, dass Sie das Geld zurückzahlen. Das ist eine Forderung.

Abtretung bedeutet, dass dieser Anspruch auf eine andere Person übertragen wird. Ihr Freund kann also die Forderung an eine dritte Person weitergeben. Dann müssen Sie das Geld an diese neue Person zahlen.

Was steht in Paragraf 407 BGB?

Paragraf 407 BGB schützt den Schuldner, wenn er nicht weiß, dass die Forderung abgetreten wurde. Der Paragraph sagt: Wenn Sie nach der Abtretung an den alten Gläubiger zahlen, gilt die Zahlung trotzdem als erfüllt. Das gilt aber nur, wenn Sie nichts von der Abtretung wussten. Sie müssen die Zahlung dann nicht noch einmal an den neuen Gläubiger leisten.

Das Gleiche gilt für andere Vereinbarungen, die Sie mit dem alten Gläubiger treffen. Zum Beispiel, wenn Sie sich auf eine Ratenzahlung einigen oder die Forderung erlassen wird. Auch diese Vereinbarungen gelten gegenüber dem neuen Gläubiger, solange Sie nichts von der Abtretung wussten.

Was passiert bei einem Gerichtsverfahren?

Wenn Sie nach der Abtretung mit dem alten Gläubiger vor Gericht streiten und es ein Urteil gibt, muss auch der neue Gläubiger dieses Urteil akzeptieren. Das gilt wieder nur, wenn Sie die Abtretung nicht kannten, als der Prozess begann.

Was sind Rechtsgeschäfte?

Ein Rechtsgeschäft ist eine Vereinbarung oder Handlung, die rechtliche Folgen hat. Beispiele sind: Zahlen, eine Ratenzahlung vereinbaren, einen Vergleich schließen oder kündigen. All diese Handlungen können Sie mit dem alten Gläubiger machen. Wenn Sie nichts von der Abtretung wissen, gelten diese Handlungen auch für den neuen Gläubiger.

Wer ist der Gläubiger? Wer ist der Schuldner?

Der Gläubiger ist die Person, die etwas fordern kann. Der Schuldner ist die Person, die etwas leisten muss. Im Beispiel mit dem geliehenen Geld ist Ihr Freund der Gläubiger, Sie sind der Schuldner.

Was ist der Zweck von Paragraf 407 BGB?

Der Paragraph schützt Sie als Schuldner. Sie sollen nicht doppelt zahlen oder Nachteile haben, nur weil Sie nichts von der Abtretung wussten. Sie müssen sich auf das verlassen können, was Sie mit dem alten Gläubiger vereinbaren.

Was gilt, wenn Sie von der Abtretung wissen?

Sobald Sie wissen, dass die Forderung abgetreten wurde, müssen Sie an den neuen Gläubiger zahlen. Vereinbarungen mit dem alten Gläubiger gelten dann nicht mehr für den neuen Gläubiger.

Beispiele

Beispiel 1:
Sie schulden Ihrem Freund 100 Euro. Ihr Freund verkauft die Forderung an eine andere Person, ohne dass Sie es wissen. Sie zahlen trotzdem an Ihren Freund. Das ist in Ordnung. Sie müssen nicht noch einmal zahlen.

Beispiel 2:
Sie vereinbaren mit Ihrem Freund, dass Sie die 100 Euro erst in zwei Monaten zahlen. Auch das gilt für den neuen Gläubiger, wenn Sie nichts von der Abtretung wussten.

Beispiel 3:
Sie streiten mit Ihrem Freund vor Gericht über die Rückzahlung. Es gibt ein Urteil. Auch der neue Gläubiger muss dieses Urteil akzeptieren, wenn Sie die Abtretung nicht kannten.

Was ist, wenn Sie doch von der Abtretung wissen?

Wenn Sie wissen, dass die Forderung abgetreten wurde, müssen Sie an den neuen Gläubiger zahlen. Dann gelten Vereinbarungen mit dem alten Gläubiger nicht mehr für den neuen Gläubiger.

Wer ist sonst noch geschützt?

Auch andere Personen können geschützt sein, zum Beispiel ein Bürge. Ein Bürge ist jemand, der für die Schuld eines anderen mithaftet. Auch er kann sich auf Paragraf 407 BGB berufen, wenn er nichts von der Abtretung wusste.

Was gilt nicht?

Handlungen, die Ihre Lage als Schuldner verschlechtern, gelten nicht. Zum Beispiel: Wenn der alte Gläubiger Sie mahnt oder die Verjährung unterbricht, ist das unwirksam, wenn er nicht mehr der Gläubiger ist.

Zusammenfassung

Paragraf 407 BGB schützt Sie, wenn Sie nichts von der Abtretung einer Forderung wissen. Sie können an den alten Gläubiger zahlen oder mit ihm Vereinbarungen treffen. Das gilt auch für den neuen Gläubiger. Sobald Sie von der Abtretung wissen, müssen Sie sich an den neuen Gläubiger wenden.

Wenn Sie Fragen dazu haben oder Hilfe brauchen, nehmen Sie bitte Kontakt mit der Anwalts- und Notarkanzlei Krau auf. Sie erhalten dort Unterstützung bei allen Fragen rund um Forderungen und Abtretungen.

RA und Notar Krau

Dieser Beitrag wurde von Anwalts- und Notarkanzlei Krau aus Hohenahr im Lahn-Dill-Kreis erstellt. Die Kanzlei berät Mandantinnen und Mandanten in Mittelhessen, insbesondere in der Region Wetzlar, Gießen und Marburg.

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