Was regelt Paragraf 426 BGB?

Mai 19, 2026

Was regelt Paragraf 426 BGB?

Einführung

Paragraf 426 BGB regelt, wie mehrere Schuldner, die gemeinsam für eine Schuld verantwortlich sind, untereinander den Ausgleich vornehmen. Das bedeutet: Wenn mehrere Personen zusammen für eine Schuld haften, sagt diese Vorschrift, wie sie sich untereinander einigen und das Geld aufteilen müssen.

Was sind Gesamtschuldner?

Gesamtschuldner sind mehrere Personen, die gemeinsam für dieselbe Schuld haften. Das bedeutet: Der Gläubiger, also derjenige, der das Geld bekommt, kann sich aussuchen, von wem er das Geld verlangt. Jeder Schuldner muss im Zweifel die ganze Summe zahlen. Wenn einer alles bezahlt, sind die anderen befreit. Aber im Inneren, also untereinander, müssen die Schuldner sich das Geld teilen.

Beispiel:
Sie und Ihr Freund unterschreiben gemeinsam einen Mietvertrag. Der Vermieter kann von jedem von Ihnen die gesamte Miete verlangen. Wenn Sie alles zahlen, können Sie von Ihrem Freund die Hälfte zurückfordern.

Der Ausgleich unter den Schuldnern

Wie wird der Ausgleich geregelt?

Paragraf 426 Absatz 1 BGB sagt: Die Schuldner müssen im Verhältnis zueinander zu gleichen Teilen zahlen, wenn nichts anderes vereinbart ist. Das bedeutet: Jeder trägt einen gleichen Anteil der Schuld. Wenn einer mehr zahlt, als er eigentlich müsste, kann er von den anderen einen Ausgleich verlangen.

Fachwort erklärt:

  • Ausgleich: Das ist das Zurückholen von Geld, das einer für andere mitbezahlt hat.

Was passiert, wenn einer nicht zahlen kann?

Kann einer der Schuldner seinen Anteil nicht zahlen, müssen die anderen diesen Ausfall gemeinsam tragen. Das heißt: Die übrigen Schuldner müssen den fehlenden Betrag unter sich aufteilen 1.

Beispiel:
Drei Freunde haften gemeinsam für 300 Euro. Jeder müsste 100 Euro zahlen. Einer kann nicht zahlen. Die anderen beiden teilen sich die 100 Euro und zahlen je 150 Euro.

Der Forderungsübergang

Was bedeutet das?

Paragraf 426 Absatz 2 BGB regelt, dass der Schuldner, der mehr gezahlt hat, als er müsste, die Rechte des Gläubigers gegen die anderen Schuldner bekommt. Das heißt: Er kann wie der Gläubiger von den anderen das Geld verlangen .

Fachwort erklärt:

  • Forderungsübergang: Das bedeutet, dass das Recht, Geld zu verlangen, von einer Person auf eine andere übergeht.

Was regelt Paragraf 426 BGB?

Warum ist das wichtig?

So wird sichergestellt, dass der Schuldner, der alles gezahlt hat, nicht auf seinem Schaden sitzen bleibt. Er kann sich das Geld von den anderen Schuldnern zurückholen.

Wie läuft das in der Praxis ab?

  1. Der Gläubiger verlangt das Geld von einem der Schuldner.
  2. Dieser Schuldner zahlt die ganze Schuld.
  3. Jetzt kann er von den anderen Schuldnern ihren Anteil verlangen.
  4. Falls einer der anderen nicht zahlen kann, müssen die restlichen Schuldner den Ausfall gemeinsam tragen.

Beispiel:
Sie zahlen als Mieter die volle Miete für die WG. Ihre Mitbewohner zahlen nicht. Sie können von jedem den Anteil zurückfordern. Wenn einer nicht zahlen kann, teilen Sie und der andere sich den Ausfall.

Was ist, wenn es eine besondere Vereinbarung gibt?

Die Schuldner können untereinander vereinbaren, dass einer mehr oder weniger zahlen soll. Dann gilt diese Vereinbarung. Paragraf 426 BGB gilt nur, wenn nichts anderes vereinbart ist.

Was passiert, wenn einer der Schuldner schon vor Gericht verurteilt wurde?

Ein Urteil gegen einen Schuldner gilt nicht automatisch auch für die anderen Schuldner im Innenverhältnis. Jeder Schuldner kann sich im Streit untereinander noch verteidigen und eigene Argumente vorbringen.

Verjährung

Der Anspruch auf Ausgleich unter den Schuldnern verjährt in drei Jahren. Die Frist beginnt, wenn der Anspruch entstanden ist und der Schuldner weiß, dass er Geld verlangen kann.

Fachwort erklärt:

  • Verjährung: Nach Ablauf einer bestimmten Zeit kann man einen Anspruch nicht mehr durchsetzen.

Zusammenfassung

Paragraf 426 BGB sorgt dafür, dass mehrere Schuldner, die gemeinsam für eine Schuld haften, sich untereinander gerecht einigen. Jeder soll am Ende nur so viel zahlen, wie es seinem Anteil entspricht. Wer mehr zahlt, kann sich das Geld von den anderen zurückholen. Wenn einer nicht zahlen kann, teilen die übrigen den Ausfall. Das Gesetz schützt so die Fairness unter den Schuldnern

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