Was regelt Paragraf 437 BGB?

Mai 19, 2026

Was regelt Paragraf 437 BGB?

Einführung

Paragraf 437 BGB ist eine wichtige Vorschrift im deutschen Zivilrecht. Sie betrifft das Kaufrecht. Das Kaufrecht regelt, was passiert, wenn jemand eine Sache kauft und diese Sache einen Fehler hat. Ein Fehler wird im Gesetz „Mangel“ genannt. Ein Mangel liegt zum Beispiel vor, wenn die gekaufte Sache kaputt ist oder nicht das kann, was sie laut Vertrag können soll 

Was bedeutet Paragraf 437 BGB?

Paragraf 437 BGB sagt, welche Rechte ein Käufer hat, wenn die gekaufte Sache einen Mangel hat. Das Gesetz nennt diese Rechte „Mängelrechte“. Sie gelten immer dann, wenn die Sache nicht so ist, wie sie sein sollte. Das kann zum Beispiel ein Auto sein, das nicht fährt, obwohl es als fahrtüchtig verkauft wurde 

Die Rechte des Käufers bei Mängeln

Paragraf 437 BGB gibt dem Käufer drei Hauptrechte:

1. Nacherfüllung verlangen

Sie können vom Verkäufer verlangen, dass der Mangel beseitigt wird. Das nennt man „Nacherfüllung“. Der Verkäufer kann entweder die Sache reparieren oder eine neue, mangelfreie Sache liefern. Sie dürfen selbst wählen, was Ihnen lieber ist. Allerdings kann der Verkäufer eine der beiden Möglichkeiten ablehnen, wenn sie zu teuer oder unmöglich ist 

Was bedeutet Nacherfüllung?

Nacherfüllung heißt, dass der Verkäufer die Sache in Ordnung bringen muss. Er kann das tun, indem er den Fehler beseitigt oder Ihnen eine neue Sache gibt. Sie müssen dem Verkäufer dafür eine angemessene Zeit geben. Erst wenn die Nacherfüllung nicht klappt oder der Verkäufer sie verweigert, können Sie weitere Rechte geltend machen 

2. Rücktritt oder Minderung

Wenn die Nacherfüllung nicht funktioniert oder der Verkäufer sie verweigert, haben Sie weitere Rechte:

  • Sie können vom Vertrag zurücktreten. Das heißt, Sie geben die Sache zurück und bekommen Ihr Geld wieder.
  • Sie können den Preis mindern. Das bedeutet, Sie behalten die Sache, aber zahlen weniger dafür. Wie viel weniger, hängt davon ab, wie schlimm der Mangel ist 

Was ist Rücktritt?

Rücktritt bedeutet, dass der Kaufvertrag rückgängig gemacht wird. Sie geben die mangelhafte Sache zurück und bekommen Ihr Geld zurück. Das geht aber nur, wenn Sie dem Verkäufer vorher eine Chance zur Nacherfüllung gegeben haben und diese gescheitert ist 

Was ist Minderung?

Minderung heißt, dass Sie weniger bezahlen müssen. Sie behalten die Sache, aber der Preis wird gesenkt. Wie viel weniger Sie zahlen müssen, hängt davon ab, wie sehr der Mangel die Sache beeinträchtigt 

3. Schadensersatz oder Ersatz vergeblicher Aufwendungen

Sie können auch Schadensersatz verlangen. Das bedeutet, Sie bekommen Geld für Schäden, die durch den Mangel entstanden sind. Zum Beispiel, wenn Ihr neues Gerät kaputt war und dadurch ein anderer Gegenstand beschädigt wurde.

Außerdem können Sie Ersatz für vergebliche Aufwendungen verlangen. Das sind Kosten, die Sie umsonst hatten, weil Sie auf eine mangelfreie Sache vertraut haben 

Was ist Schadensersatz?

Schadensersatz ist Geld, das Sie bekommen, wenn Ihnen durch den Mangel ein Schaden entstanden ist. Zum Beispiel, wenn Sie wegen eines defekten Autos einen Mietwagen bezahlen mussten 

Was sind vergebliche Aufwendungen?

Vergebliche Aufwendungen sind Ausgaben, die Sie gemacht haben, weil Sie dachten, die Sache ist in Ordnung. Wenn sich später herausstellt, dass die Sache mangelhaft ist, können Sie das Geld zurückverlangen 

Wann gelten diese Rechte?

Die Rechte aus Paragraf 437 BGB gelten nur, wenn die Sache wirklich mangelhaft ist. Ein Mangel liegt vor, wenn die Sache nicht die vereinbarte Beschaffenheit hat. Das heißt, sie ist nicht so, wie im Vertrag festgelegt. Auch wenn die Sache nicht für den normalen Gebrauch geeignet ist, liegt ein Mangel vor. Außerdem muss der Mangel schon bei der Übergabe der Sache vorhanden gewesen sein 

Wie lange gelten die Rechte?

Die Ansprüche aus Paragraf 437 BGB verjähren meistens nach zwei Jahren. Das heißt, Sie müssen Ihre Rechte innerhalb von zwei Jahren nach der Übergabe der Sache geltend machen. Bei Bauwerken oder Sachen, die für ein Bauwerk verwendet wurden, gilt eine Frist von fünf Jahren. In besonderen Fällen, zum Beispiel bei arglistigem Verschweigen eines Mangels, kann die Frist auch länger sein 

Was müssen Sie tun, wenn Sie einen Mangel feststellen?

Wenn Sie einen Mangel bemerken, sollten Sie den Verkäufer so schnell wie möglich informieren. Das nennt man „Mängelanzeige“. Sie müssen dem Verkäufer die Möglichkeit geben, den Mangel zu beheben. Erst wenn das nicht klappt, können Sie weitere Rechte wie Rücktritt, Minderung oder Schadensersatz verlangen 

Zusammenfassung

Paragraf 437 BGB regelt Ihre Rechte, wenn Sie eine mangelhafte Sache gekauft haben. Sie können Nacherfüllung verlangen, vom Vertrag zurücktreten, den Preis mindern oder Schadensersatz fordern. Wichtig ist, dass Sie dem Verkäufer zuerst die Chance geben, den Mangel zu beheben. Ihre Rechte müssen Sie innerhalb bestimmter Fristen geltend machen 

Wenn Sie Fragen zu Ihren Rechten beim Kauf einer mangelhaften Sache haben, nehmen Sie Kontakt mit der Anwalts- und Notarkanzlei Krau auf.

RA und Notar Krau

Dieser Beitrag wurde von Anwalts- und Notarkanzlei Krau aus Hohenahr im Lahn-Dill-Kreis erstellt. Die Kanzlei berät Mandantinnen und Mandanten in Mittelhessen, insbesondere in der Region Wetzlar, Gießen und Marburg.

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