Was sind die Pfändungsfreigrenzen beim Arbeitseinkommen?
Die Pfändungsfreigrenze ist ein Schutz für Menschen mit Schulden. Wenn jemand seine Rechnungen nicht bezahlt, darf der Gläubiger Geld fordern. Manchmal wird das Geld direkt beim Arbeitgeber abgeholt. Das nennt man Lohnpfändung. Aber der Staat sagt: Jeder Mensch braucht Geld zum Leben. Man muss Miete zahlen und Essen kaufen können. Deshalb darf man nicht das ganze Gehalt wegnehmen. Ein Teil des Lohns ist sicher. Dieser sichere Teil ist die Pfändungsfreigrenze.
Die Beträge ändern sich fast jedes Jahr. Meistens steigen die Grenzen am 1. Juli. Seit dem 1. Juli 2024 liegt die Grenze für eine alleinstehende Person bei 1.491,75 Euro im Monat. In der Praxis wird oft auf 1.499,99 Euro geschaut. Wer weniger als diesen Betrag netto verdient, darf sein ganzes Geld behalten. Ab dem 1. Juli 2025 steigen diese Werte wieder an. Dann liegt die Grundgrenze bei 1.555,00 Euro beziehungsweise 1.559,99 Euro. Das ist eine gute Nachricht für Schuldner. Sie haben dann etwas mehr Geld zum Leben zur Verfügung.
Nicht jeder Mensch hat die gleiche Freigrenze. Wer Kinder hat, darf mehr Geld behalten. Das Gleiche gilt, wenn man für einen Ehepartner sorgt. Man nennt das Unterhaltspflicht. Je mehr Personen man versorgen muss, desto höher ist der Freibetrag.
Hier sind die Werte ab Juli 2025:
Das Gesetz möchte Familien schützen. Kinder sollen nicht unter den Schulden der Eltern leiden. Deshalb bleibt bei großen Familien deutlich mehr Geld auf dem Konto.
Man schaut immer auf das Netto-Einkommen. Das ist das Geld, das nach den Steuern übrig bleibt. Aber Vorsicht: Nicht alles vom Lohn zählt für die Pfändung. Manche Teile vom Gehalt sind geschützt. Dazu gehört zum Beispiel das Urlaubsgeld. Auch die Hälfte vom Weihnachtsgeld darf man oft behalten. Überstunden sind ebenfalls teilweise sicher. Man muss also genau rechnen. Erst danach schaut man in die sogenannte Pfändungstabelle. In dieser Tabelle stehen alle Beträge genau drin. Der Arbeitgeber muss diese Tabelle benutzen. Er rechnet aus, wie viel Geld er an den Gläubiger überweist. Den Rest zahlt er ganz normal an den Mitarbeiter aus.
Es gibt auch eine Grenze nach oben. Wenn jemand extrem viel verdient, darf mehr gepfändet werden. Ab einem Netto-Einkommen von ca. 4.767 Euro (Wert ab Juli 2025) ist alles darüber voll pfändbar. Das nennt man die Höchstgrenze. Wer so viel verdient, gilt als reich genug. Er kann seine Schulden dann schneller bezahlen.
Wenn eine Pfändung kommt, solltest du ruhig bleiben. Prüfe zuerst dein Netto-Einkommen. Schau nach, wie viele Personen du versorgst. Stimmt die Anzahl der Kinder beim Arbeitgeber? Das ist sehr wichtig für die richtige Grenze. Falls du ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) hast, musst du dort auch Bescheid geben. Dort kannst du den Freibetrag eintragen lassen. So ist dein Geld auf der Bank sicher. Die Pfändungsfreigrenze hilft dir, trotz Schulden ein würdevolles Leben zu führen. Sie sichert dein Existenzminimum ab. Das ist ein wichtiges Recht in Deutschland.