Wie viele Überstunden sind gesetzlich erlaubt?

April 5, 2026

Wie viele Überstunden sind gesetzlich erlaubt?

Einleitung

Viele Menschen arbeiten mehr als in ihrem Arbeitsvertrag steht. Diese zusätzlichen Stunden nennt man Überstunden. Doch wie viele Überstunden sind eigentlich erlaubt? In diesem Text erfahren Sie alles Wichtige dazu – einfach erklärt und in kurzen Sätzen.

Was sind Überstunden?

Überstunden sind Arbeitsstunden, die Sie zusätzlich zu Ihrer normalen Arbeitszeit leisten. Die normale Arbeitszeit steht meist im Arbeitsvertrag. Gibt es dazu keine Regelung, gilt die im Betrieb übliche oder durch Tarifvertrag festgelegte Arbeitszeit 

Die gesetzliche Höchstarbeitszeit

Das Arbeitszeitgesetz (kurz: ArbZG) regelt, wie lange Sie höchstens arbeiten dürfen. Die wichtigste Vorschrift ist Paragraf 3 ArbZG. Dort steht: Sie dürfen an Werktagen (Montag bis Samstag) höchstens acht Stunden pro Tag arbeiten. Das ergibt 48 Stunden pro Woche 

Ausnahmen: Bis zu zehn Stunden am Tag

In besonderen Fällen dürfen Sie auch bis zu zehn Stunden am Tag arbeiten. Das ist aber nur erlaubt, wenn Sie im Durchschnitt innerhalb von sechs Monaten oder 24 Wochen nicht mehr als acht Stunden pro Tag arbeiten. Das heißt: Sie können zum Beispiel in einer Woche mehr arbeiten, müssen das aber später durch weniger Arbeit ausgleichen 

Wie viele Überstunden sind erlaubt?

Die Zahl der erlaubten Überstunden ergibt sich aus der Differenz zwischen Ihrer vertraglichen Arbeitszeit und der gesetzlichen Höchstarbeitszeit. Wenn Sie zum Beispiel laut Vertrag 40 Stunden pro Woche arbeiten, dürfen Sie bis zu acht Überstunden pro Woche machen, weil das Gesetz maximal 48 Stunden pro Woche erlaubt 

Beispiel

Sie arbeiten laut Vertrag 40 Stunden pro Woche. In einer Woche arbeiten Sie 48 Stunden. Das sind acht Überstunden. Das ist erlaubt, solange Sie im Durchschnitt über sechs Monate nicht mehr als acht Stunden pro Tag arbeiten 

Besondere Regeln durch Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung

In manchen Betrieben gibt es Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen. Diese können andere Regeln für Überstunden enthalten. Sie dürfen aber die gesetzlichen Höchstgrenzen nicht überschreiten. Das heißt: Auch mit Tarifvertrag dürfen Sie im Durchschnitt nicht mehr als acht Stunden pro Tag arbeiten 

Wie viele Überstunden sind gesetzlich erlaubt?

Ausnahme: Bereitschaftsdienst und besondere Berufe

Für bestimmte Berufe, wie zum Beispiel im Krankenhaus oder bei der Feuerwehr, gibt es Ausnahmen. Hier kann die tägliche Arbeitszeit in besonderen Fällen auf bis zu 24 Stunden verlängert werden. Das gilt aber nur, wenn Sie regelmäßig Bereitschaftsdienst leisten und der Gesundheitsschutz beachtet wird 

Wer darf Überstunden anordnen?

Ihr Arbeitgeber darf Überstunden nur anordnen, wenn das im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung steht. Gibt es keine solche Regelung, müssen Sie nur in Notfällen Überstunden machen, zum Beispiel bei einer Naturkatastrophe 

Muss ich Überstunden machen?

Sie sind nur verpflichtet, Überstunden zu machen, wenn das im Vertrag steht oder ein Notfall vorliegt. Ansonsten können Sie Überstunden ablehnen 

Wie werden Überstunden ausgeglichen?

Überstunden können durch Freizeit oder durch Geld ausgeglichen werden. Wie das geschieht, steht oft im Vertrag oder im Tarifvertrag. Gibt es dazu keine Regelung, muss Ihr Arbeitgeber die Überstunden bezahlen 

Was passiert, wenn zu viele Überstunden gemacht werden?

Arbeiten Sie regelmäßig mehr als die gesetzliche Höchstarbeitszeit, ist das nicht erlaubt. Ihr Arbeitgeber macht sich strafbar, wenn er Sie regelmäßig zu viele Überstunden machen lässt. Auch Sie selbst sollten darauf achten, die gesetzlichen Grenzen nicht zu überschreiten 

Wichtige Begriffe einfach erklärt

  • Arbeitszeitgesetz (ArbZG): Ein Gesetz, das regelt, wie lange Sie arbeiten dürfen.
  • Tarifvertrag: Eine Vereinbarung zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern, die für viele Arbeitnehmer gilt.
  • Betriebsvereinbarung: Eine Regelung zwischen dem Arbeitgeber und dem Betriebsrat für alle Mitarbeiter eines Betriebs.
  • Bereitschaftsdienst: Zeit, in der Sie am Arbeitsplatz bleiben müssen, aber nicht ständig arbeiten.
  • Notfall: Eine unerwartete Situation, in der Überstunden nötig sind, zum Beispiel bei einer Überschwemmung.

Zusammenfassung

  • Die gesetzliche Höchstarbeitszeit beträgt acht Stunden pro Tag und 48 Stunden pro Woche.
  • Sie dürfen ausnahmsweise bis zu zehn Stunden am Tag arbeiten, wenn Sie das später ausgleichen.
  • Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen können andere Regeln enthalten, dürfen aber die gesetzlichen Höchstgrenzen nicht überschreiten.
  • Überstunden müssen im Vertrag geregelt sein oder es muss ein Notfall vorliegen.
  • Zu viele Überstunden sind nicht erlaubt und können für den Arbeitgeber strafbar sein.

Was sollten Sie tun?

Wenn Sie Fragen zu Ihren Überstunden haben oder unsicher sind, wie viele Überstunden Sie machen dürfen, wenden Sie sich an die Anwalts- und Notarkanzlei Krau.

RA und Notar Krau

Dieser Beitrag wurde von Anwalts- und Notarkanzlei Krau aus Hohenahr im Lahn-Dill-Kreis erstellt. Die Kanzlei berät Mandantinnen und Mandanten in Mittelhessen, insbesondere in der Region Wetzlar, Gießen und Marburg.

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