Zahlt meine Rechtsschutzversicherung Gerichtskosten oder Zeugengebühren oder Sachverständigenkosten?
Ja, eine Rechtsschutzversicherung übernimmt in der Regel die Kosten für Gerichtsverfahren. Das ist ihr Hauptzweck. Sie schützt Sie vor hohen finanziellen Belastungen, die ein Rechtsstreit mit sich bringen kann. Diese Kosten können schnell sehr hoch werden.
Ihre Rechtsschutzversicherung zahlt für viele wichtige Ausgaben. Dazu gehören:
Es gibt aber ein paar wichtige Punkte, die Sie wissen sollten.
Viele Verträge haben einen Selbstbehalt. Das bedeutet, Sie zahlen einen kleinen Teil der Kosten selbst. Erst danach übernimmt die Versicherung den Rest. Ein Beispiel: Ihr Selbstbehalt beträgt 150 Euro. Bei Gesamtkosten von 2.000 Euro zahlen Sie 150 Euro. Die Versicherung zahlt 1.850 Euro.
Oft gilt die Versicherung nicht sofort. Es gibt eine sogenannte Wartezeit. Diese beträgt meistens drei Monate. Wenn ein Rechtsfall in dieser Wartezeit entsteht, zahlt die Versicherung nicht. Die Wartezeit soll verhindern, dass man die Versicherung erst kurz vor einem drohenden Streit abschließt. Bei Verkehrsunfällen oder bestimmten Sofortfällen gibt es meistens keine Wartezeit.
Bevor Sie einen Anwalt beauftragen, müssen Sie immer zuerst Ihre Versicherung informieren. Sie müssen eine sogenannte Deckungszusage beantragen. Die Versicherung prüft dann, ob Ihr Fall versichert ist. Sie schaut in die Vertragsbedingungen. Erst wenn die Versicherung die Zusage erteilt hat, übernimmt sie die Kosten. Wichtig: Ohne Deckungszusage zahlen Sie die Kosten unter Umständen selbst.
Die Rechtsschutzversicherung ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Zum Beispiel:
Nicht alle dieser Bereiche sind automatisch in Ihrem Vertrag enthalten. Sie müssen prüfen, welche Bausteine Sie abgeschlossen haben. Streitigkeiten im Baurecht oder im Bereich von Kapitalanlagen sind oft ausgeschlossen oder müssen extra versichert werden. Auch bei einer Scheidung werden nur Beratungsgespräche bezahlt, aber nicht die eigentlichen Gerichtskosten.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Eine Rechtsschutzversicherung ist ein guter Schutz. Sie übernimmt die Kosten für Gericht, Zeugen und Sachverständige. Aber Sie müssen immer auf den Selbstbehalt, die Wartezeit und die notwendige Deckungszusage achten. Außerdem ist es wichtig zu wissen, welche Rechtsbereiche genau in Ihrem Vertrag versichert sind. Lesen Sie daher Ihren Vertrag und die Versicherungsbedingungen genau durch.