
Zuschuss nach Richtlinie für Bundesförderung für effiziente Gebäude
Gericht: OLG Frankfurt 19. Zivilsenat
Entscheidungsdatum: 13.06.2024
Aktenzeichen: 19 U 8/24
ECLI: ECLI:DE:OLGHE:2024:0613.19U8.24.00
Dokumenttyp: Beschluss
vorgehend LG Frankfurt am Main, 13. Dezember 2023, 2-12 O 554/23, Beschluss
In dem Fall vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main (Aktenzeichen: 19 U 8/24) ging es um eine wichtige Frage für Immobilienkäufer. Eine Firma (die Klägerin) kaufte ein Haus von einer anderen Firma. Sie wollte dafür einen hohen staatlichen Zuschuss von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bekommen. Es ging um fast 200.000 Euro.
Die KfW lehnte das jedoch ab. Der Grund: Der Chef der Käufer-Firma war auch an der Verkäufer-Firma beteiligt. Sein Sohn war in beiden Firmen in Führungspositionen. Die KfW sagte: Das ist ein „Insichgeschäft“. Solche Geschäfte zwischen eng verbundenen Personen oder Firmen werden nicht gefördert. Die Käufer-Firma klagte dagegen. Sie meinte, die Firmen seien rechtlich getrennt und die Ablehnung sei ungerecht.
Das OLG Frankfurt hat in seinem Beschluss deutlich gemacht, dass die Klage keine Aussicht auf Erfolg hat. Das Gericht gab der KfW recht. Es erklärte, warum der Käufer keinen Anspruch auf das Geld hat. Hier sind die wichtigsten Punkte der Entscheidung einfach erklärt:
Viele Menschen glauben, wenn sie alle technischen Bedingungen (wie zum Beispiel Dämmung oder neue Fenster) erfüllen, müssen sie das Geld bekommen. Das stimmt so nicht.
Die Förderregeln besagen klar: Geschäfte „mit sich selbst“ werden nicht bezahlt.
Die Klägerin argumentierte, dass die Firmen rechtlich eigenständig seien. Das Gericht sah das anders. Es nutzte eine wirtschaftliche Betrachtungsweise.
In dem Urteil kommen viele schwierige Wörter vor. Hier sind die Erklärungen:
Wenn Sie eine Immobilie kaufen und Fördermittel einplanen, müssen Sie genau prüfen, von wem Sie kaufen.
In all diesen Fällen riskieren Sie, dass die KfW den Zuschuss verweigert – auch wenn das Haus perfekt saniert ist. Die Antragseingangsbestätigung der KfW ist noch keine Garantie für die Auszahlung. Die KfW prüft die Details oft erst ganz am Ende, wenn Sie die Rechnungen einreichen. Wenn dann herauskommt, dass Käufer und Verkäufer „unter einer Decke stecken“, gibt es kein Geld.
| Thema | Entscheidung des Gerichts |
| Zuschuss | Abgelehnt (ca. 197.750 €). |
| Grund | Verstoß gegen das Verbot von Insichgeschäften. |
| Rolle der KfW | Darf Regeln festlegen, um Missbrauch zu verhindern. |
| Verwandtschaft | Vater und Sohn in beiden Firmen tätig reicht für Ablehnung. |
Das Gericht hat der Käufer-Firma dringend empfohlen, die Berufung zurückzunehmen. Das spart weitere Gerichtskosten, da die Klage sowieso verloren geht.
Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Jeder Fall ist anders. Wenn Sie Fragen zu Ihren Verträgen oder Förderanträgen haben, sollten Sie professionelle Hilfe suchen.
Für eine individuelle Beratung und rechtliche Unterstützung in Ihren Angelegenheiten sollten Sie Kontakt mit der Anwalts- und Notarkanzlei Krau aufnehmen.
Die auf dieser Homepage wiedergegebenen Gerichtsentscheidungen bilden einen kleinen Ausschnitt der Rechtsentwicklung über mehrere Jahrzehnte ab. Nicht jedes Urteil muss daher zwangsläufig die aktuelle Rechtslage wiedergeben.
Einige Entscheidungen stellen Mindermeinungen dar oder sind später im Instanzenweg abgeändert oder durch neue obergerichtliche Entscheidungen oder Gesetzesänderungen überholt worden.
Das Recht entwickelt sich ständig weiter. Stetige Aktualität kann daher nicht gewährleistet werden.
Die schlichte Wiedergabe dieser Entscheidungen vermag daher eine fundierte juristische Beratung keinesfalls zu ersetzen.
Für den fehlerhaften juristischen Gebrauch, der hier wiedergegebenen Entscheidungen durch Dritte außerhalb der Kanzlei Krau kann daher keine Haftung übernommen werden.
Verstehen Sie bitte die Texte auf dieser Homepage als gedankliche Anregung zur vertieften Recherche, keinesfalls jedoch als rechtlichen Rat.
Es soll auch nicht der falsche Anschein erweckt werden, als seien die veröffentlichten Urteile von der Kanzlei Krau erzielt worden. Das ist in aller Regel nicht der Fall. Vielmehr handelt es sich um einen allgemeinen Auszug aus dem deutschen Rechtsleben zur Information der Rechtssuchenden.



Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen